- Bagatelle Lodge → Sossus Dune Lodge | 331 km
- Sossus Dune Lodge → Camp Gecko | 120 km
- Camp Gecko → Windhoek | 216 km
Nach einem ausgiebigen Frühstück in der Dune Lodge ging die Reise weiter nach Sossusvlei. Da die Strecke mit ihren 330 km lang werden würde, hatten wir uns für den Tag nichts mehr vorgenommen.
Ein kurzer Zwischenstopp im SuperSpar von Mariental, um die Vorräte noch mal aufzustocken und weiter ging die Fahrt. Relativ schnell verließen wir die Teerstraße und verbrachten den Großteil der Strecke auf Schotterstraßen. Vorbei gings an Maltahöhe und über den „Zarishoogtepass“, aber dann endete die Routenführung mal wieder vor einem verschlossenen Gatter. Danke Google für nichts. Nach einem kleinen Umweg kamen wir aber zurück auf unsere originale Route und die Landschaft wurde langsam immer sandiger. Nach guten fünf Stunden kamen wir um halb vier an unserem Ziel der „Sossus Dune Lodge“ an.
Die vom NWR geführte Lodge ist die einzige Unterkunft innerhalb des Nationalparks, die es ermöglicht, ohne Gates und vor Sonnenaufgang in den Park zu fahren. Es gibt auch noch eine NWR Campsite innerhalb des Parks, aber auch da muss man eine Stunde vor Sonnenaufgang und eine Stunde nach Sonnenuntergang das innere Tor passiert haben. Alle anderen Unterkünfte müssen sich an die Parköffnungszeiten halten (Sonnenaufgang und Sonnenuntergang). Wenn man also einen Sonnenauf- oder Untergang auf den Dünen sehen möchte, muss man unbedingt in einer der beiden NWR Unterkünften absteigen.
Die „Sossus Dune Lodge“ ist an die letzten Felsen des Parks gebaut und besteht aus 24 gemütlichen Bungalows mit Blick auf die Dünen in der Ferne.
Auf Empfehlung unserer netten Rezeptionistin machten wir uns nach einer kurzen Pause auf den Weg zur „Dune 45“ für den Sonnenuntergang. Die Bezeichnungen der Dünen geben immer die Entfernung zum Dörfchen Sesriem an, welches den Parkeingang markiert. Allerdings besteht es nur aus dem NWR Campingplatz und einer Tankstelle. Also hatten wir 45 km und knapp 50 Minuten vor uns, um zur Düne zu gelangen. Pünktlich zur Golden Hour machten wir uns an den 100 hm Aufstieg. Die Sicht und das Farbenspiel auf der Düne waren richtig cool und außer uns waren nur zwei weitere Pärchen dort. Das ist definitiv der größte Vorteil, wenn man im Park selbst übernachtet.
Am nächsten Morgen hieß es wieder früh aufstehen, denn wir wollten zum Sonnenaufgang auf der bekannten “Big Daddy Dune“ stehen. Um Punkt sechs Uhr, eineinhalb Stunden vor Sonnenaufgang durften wir losfahren. Bis zum 2×4 Parkplatz sind es ca 60 km und eine Stunde Fahrt. Dann kann man entweder auf den Traktorshuttle springen oder wenn man einen 4×4 hat, die Luft ablassen und die letzten vier Kilometer über Sandpisten fahren. Dreimal könnt ihr raten, wofür wir uns entschieden hatten.

Im 4×4 Mode und 1.2 bar Reifendruck „schwammen“ wir also gemütlich über den Sand in Richtung 4×4 Parkplatz. Außer uns waren nur eine Handvoll Autos dort. Die Wanderung auf die Düne ist mit 300 Höhenmetern, drei Kilometern und zwei Stunden angesetzt. Nach wenigen Minuten waren unsere Schuhe so voller Sand, dass wir sie kurzerhand auszogen und Barfuß weiter gingen.
Immer am Dünengrat entlang durch den Sand nach oben. Nach sehr schweißtreibenden 50 Minuten standen wir pünktlich zum Sonnenaufgang ganz alleine auf der Düne. Was für eine Aussicht. Gut, dass unsere Lodge auf solche Aktivitäten vorbereitet ist und so konnten wir unsere mitgebrachten Frühstückstüten auf der Düne verspeisen.
Nach einer halben Stunde trudelten langsam die ersten anderen Dünenwanderer ein. Also wurde es Zeit, uns an den Abstieg zu machen. Hierfür liefen wir einfach geradeaus runter ins „Deadvlei“ und keine zehn Minuten später waren wir schon unten.
Die letzten Kilometer gingen durchs „Deadvlei“ zurück, vorbei an abgestorbenen Akazienbäumen, die das Vlei so bekannt machen. Nach ein paar Fotos, das „Nicht Anfassen“ Schild haben wir leider erst am Ausgang gesehen, ging es zurück durch den Sand zur Lodge.
Am nächsten Morgen sind wir noch mal auf die „Dune 45“ hochgelaufen, da das Aussicht-Aufstiegs-Verhältnis hier einfach am besten war.
Da wir nicht die komplette Strecke (über 300 km) am Abreisetag zurück nach Windhoek fahren wollten, machten wir Halt im „Camp Gecko“, knapp zwei Stunden Fahrt entfernt von Sesriem. Unterwegs sind wir noch in Solitaire vorbei gekommen, einer kleinen Schrottplatzoase mit Café und Minimarkt. Nach einem kurzen Halt fuhren wir aber gleich weiter.
Im „Camp Gecko“ wollten wir eigentlich auf einen der vier coolen Camping Stellplätze übernachten, aber wegen der kurzfristigen Buchung waren nur noch Zelte verfügbar. Aber das bedeutet ja nicht, dass wir nicht trotzdem die letzte Nacht in unserem gemütlichen Dachzelt verbringen konnten.
Ein letztes Mal Grillen, ein letztes Glas Wein unter der Milchstraße und eine letzte Nacht im Dachzelt. Gerne wären wir noch eine Nacht länger geblieben, aber am nächsten Morgen mussten wir zusammen packen und den Rückweg nach Windhoek antreten. Um 19.00 ging der Flug zurück über Frankfurt nach München. Unsere übrigen Lebensmittel und Küchenutensilien konnten wir im Camp lassen. Diese würden unter den Mitarbeitern und ihren Familien verteilt.
Über den „Sprengtshoogte Pass“ mit einer unglaublichen Aussicht fuhren wir zurück nach Windhoek. Die komplette Strecke verlief über Schotterpisten durch wunderschöne Landschaft und machte uns den Abschied umso schwerer. Zurück in Windhoek mussten wir das Auto wieder volltanken, putzen und besenrein hinterlassen. Die Mitarbeiter der Tankstelle boten uns an, statt Geld auch unsere North Face Sneaker als Bezahlung zu nehmen. Da wir inzwischen aber kein anderes paar Schuhe mehr besaßen, konnten wir das Angebot leider nicht annehmen. Immerhin konnten wir ihnen unsere vier Trinkwasserkanister überlassen, worüber sie sich sehr freuten.
Dann wurde es schon Zeit, das Auto abzugeben, zurück zum Flughafen zu fahren und einzuchecken. Am Flughafen haben wir noch Abnehmer für unsere Flipflops, Tupperdose und Bennis ausgewaschene Cap gefunden. So konnten wir mit etwas leichterem Gepäck zurück nach Deutschland fliegen und ein paar Leute hatten wir so auch glücklich gemacht. Allerdings sind wir nicht sicher, wie die nette namibische Dame mit ihrer Schuhgröße 36 mit Kathas Flipflops in Größe 41 rumlaufen will.

Nach 10 1/2 Stunden Nachtflug im Eurowings-Urlaubsbomber kamen wir erstaunlich erholt in Frankfurt und zwei Stunden später in München an. Wir konnten nicht glauben, dass auch dieser Flug so reibungslos geklappt hatte. Wir hatten keinen einzigen verpassten Flug/ Zug/ Bus, keine große Verspätung und kein verlorenes Gepäck in den letzten fünf Monaten zu verbuchen.
Nun waren wir zurück in München und die Reise, obwohl erst wenige Stunden her, fühlte sich bereits an, als wäre sie in einem anderen Leben passiert.
Aber wir hatten ja noch einen Monat Auszeit vor uns. Also wurde die komplette Wäsche gewaschen, das Pfingstwochenende bei Bennis Familie verbracht, neu gepackt und am Mittwoch (31.05) sprangen wir in unseren letzten Flieger.