- Windhoek „Urban Camp“ → Swakopmund „Alte Brücke“ | 362 km
- Swakopmund → Walvis Bay | 35 km
Was für eine Anreise. Fünf Stunden von Peking nach Bangkok. Vier Stunden Aufenthalt. Neun Stunden von Bangkok nach Addis Abeba. Zwei Stunden Aufenthalt. Fünf Stunden von Addis Abeba nach Windhoek. Und wir hatten es tatsächlich geschafft. Wir waren in Namibia. Hätte auch der Flughafen Karlsruhe-Baden sein können, größer war er nämlich nicht. Der einzige Unterschied waren die beiden Eurowings-Urlaubsbomber die bereits auf dem Vorfeld standen. Nach einer kurzen Sicherheitskontrolle standen wir am Gepäckband 2/2 und holten unsere Sachen, denn am Ausgang wurden wir bereits von unserem Fahrer erwartet. Rasmus würde uns die 50 km vom Flughafen zu Africamper in Windhoek fahren, wo unser Toyota Hillux mit Dachzelt bereits auf uns wartete.

Nach einer sehr langen Einweisung fuhren wir in den nahe gelegenen „Super SPAR”, um uns für die nächsten Tage einzudecken. Ein Sortiment wie in Deutschland. Die Mannerwaffeln lagen neben den Bahlsenkeksen, die Mozartkugel und Katjes Gummibären nur ein Regal weiter. Frisches deutsches Brot und Schwarzwälder gab es hinter der Backtheke. Nebenan eine Fleischtheke, die einen Vegetarier in die Verzweiflung treiben würde.
Nachdem wir uns also ausgiebig eingedeckt hatten, diverse Namibia Reiseblogs suggerierten, dass man außerhalb Windhoek und Swakopmund ein eher begrenztes Sortiment vorfindet, ging es zu unserem ersten Camping Platz. Das Urbancamp liegt im Norden Windhoeks. Als wir ankamen, konnten wir im letzten Licht noch unser Dachzelt aufbauen, im zugehörigen Restaurant eine Kleinigkeit Essen und dann fielen wir, erschöpft von der langen Reise, ins Bett.
Auch wenn wir in der ersten Nacht sehr gut geschlafen haben, war uns in den Schlafsäcken doch sehr kalt. Darum beschlossen wir auf dem Weg nach Swakopmund noch Bettwäsche zu kaufen, um aus zwei Schlafsäcken eine Decke zu machen. Dann ging es knapp vier Stunden durch wunderschöne, einsame Landschaft nach Swakopmund. Bei Sonne und 27 Grad hatten wir Windhoek verlassen und keine vier Kilometer vor Swakopmund trafen wir dann auf die berühmte Nebelwand. Schlagartig war die Sonne weg, die Temperatur fiel auf 17 Grad und die Luftfeuchtigkeit stieg merklich an.
Angekommen auf dem Camping Platz „Alte Brücke“, die kurze Kolonialzeit unter deutscher Herrschaft spürt man hier in Swakopmund am deutlichsten, bauten wir auf und fingen mit den Grillvorbereitungen an. Das coole bei vielen Campingplatzen hier war, dass man sehr oft ein eigenes Bad, eine kleine Küchenzeile und einen eigenen Grillplatz hatte.
Wegen des Jetlags und der Kälte gingen wir sehr früh ins Bett und wachten am nächsten Morgen wieder zu Nebel und 90 % Luftfeuchtigkeit auf. Nach dem Frühstück erkundeten wir die Stadt. Schmunzelten über die deutschen Straßenschilder, aßen eine Schwarzwälder im Café Anton und fuhren gegen Mittag weiter nach Walvis Bay.
Der Aufenthalt wäre nicht komplett, wenn wir nicht auch wenigstens einen Tag Kitesurfen würden. Glücklicherweise waren zwei Tage Wind vorhergesagt. Als wir am Kitespot ankamen, begrüßte uns bereits ein thermischer Wind. Aufbauen und parken durften wir bei Namibia Kite, direkt neben der Bucht. Zum Starten hat man ganz gut Platz, dann muss man aber mit dem Kite zwischen Bäumen durchlaufen, die Straße überqueren, die kleine Mauer zum Wasser runterlaufen, bis man starten kann. Ist aber alles machbar. Knapp drei Stunden hatten wir sehr konstanten Side-onshore Wind, der für unseren 12m Kite gereicht hat. Dafür, das gerade keine Saison ist, die ist eher Oktober bis Dezember, hatten wir eine richtig gute Session. Teilweise sogar bei Sonnenschein.
Danach ging es wieder die halbe Stunde zurück nach Swakopmund. Am nächsten Tag kam der Wind leider nicht wie vorhergesagt und wir fuhren stattdessen weiter in Richtung Küste. Vorbei an Hunderten Flamingos und einer riesengroßen Salzanlage.
Auf die harte Tour mussten wir lernen, dass man in weichem Sand mit normalem Reifendruck keine zwei Meter weit kommt. Zufällig war einer der Locals da, half uns beim Luftablassen der Reifen und beim Rausschieben des Autos. Einmal frei und mit nur 1.2 bar Luft lief die Fahrt im Sand plötzlich wie geschmiert. Gut, dass wir die Erfahrung hier gemacht haben und nicht irgendwo in der Wüste.
Auf dem Rückweg stoppten wir noch mal am Kitespot, aber auch jetzt war der Wind noch nicht stark genug. Also beschlossen wir noch ein paar letzte Einkäufe zu erledigen, den Weinvorrat mit leckeren namibischen und südafrikanischen Weinen wieder aufzufüllen und machten uns daran, Quesadillas mit gegrillten Sirloin-Streifen und Guacamole vorzubereiten.
Schön wars, lecker wars, aber wir waren doch froh aus der Kälte und dem Nebel wieder raus zukommen. Am nächsten Morgen ging es weiter Richtung Norden.