- Swakopmund → Spitzkoppe → “Madisa Camp” | 334 km
- “Madisa Camp” → Damaraland “Hoada Camp“ | 189 km
- “Hoada Camp” → Galton Gate, Etosha | 135 km
Nach dem Frühstück ging es von Swakopmund in Richtung Norden. Unser erstes Zwischenziel war Spitzkoppe, knapp zwei Stunden entfernt von Swakopmund. Keine fünf Minuten nachdem wir Swakopmund verlassen hatten, schien auch wieder die Sonne.
Die Spitzkoppe wird auch das Matterhorn Namibias genannt, da es sehr charakteristisch hervorsticht. Nachdem wir durch den Park gefahren und ein paar Felsen erklommen hatten, fanden wir es etwas schade, die Nacht nicht hier zu verbringen. Die Campsites waren richtig schön einsam in den Felsen gelegen und der Sternenhimmel in der Nacht muss einfach gigantisch sein.
Da wir noch ein paar Stunden Fahrt vor uns hatten, sind wir nach einem kleinen Mittagspicknick weiter zum Madisa Camp gefahren. Ursprünglich wollten wir ins Mowani Camp, aber das war wegen unserer kurzfristigen Buchung bereits ausgebucht. Madisa war aber auch sehr cool. Mitten im Nirgendwo, rustikal dekoriert und gemütlich. Es gab wieder einsame Plätze mit Grill Area und einem kleinen Bad auf Stelzen (kleiner Tipp: Campsite 1). Nachdem wir unser Dachzelt aufgebaut hatten (zwei Handgriffe und drei Minuten Arbeit) wurde wieder gegrillt und bei einem guten Glas Rotwein konnten wir sogar die Milchstraße über uns sehen. Nein, nicht wegen des Weins, sondern weil es dort quasi keine „Licht Verschmutzung“ gibt.
Am nächsten Tag ging es dann weiter nach Damaraland. Eine weitläufige Region mit Elefanten und Rhinos. Die Fahrt verliert mal wieder komplett auf Schotterstraßen und so haben wir für die 190 km länger gebraucht als gedacht. Aber der Weg und die Landschaft (finden wir jetzt am Ende der Reise), war mit am schönsten. Die Strecke führte vorbei an Twywelfountain und über den Grootbergpass. Außerdem lagen viele Haufen am Straßenrand und versprachen Elefanten in der Nähe. Wir mussten auch nicht lange warten, bis wir sie etwas entfernt durchs Gebüsch ziehen sahen. Eine Ecke weiter stand auch eine einsame Giraffe, die uns neugierig beäugt hat, als wir bis auf wenige Meter zu Fuß hingelaufen sind.
Am frühen Nachmittag, nachdem wir eine sehr schöne Fahrt hinter uns hatten, kamen wir an der Hoada Campsite an. Auf vielen Reiseblogs wird der Platz sehr empfohlen und er enttäuschte uns nicht. Ein geräumiger Platz mit Outdoor Dusche, ein offenes WC mit Blick über die Savanne, eine Küche und Braai (Grill) Area sowie überdachte Plätze für den Camper. Alles mit einer wunderschönen Sicht über die Ebene. Das einzige Problem waren die Fliegen. Sie waren sehr klein, sehr zahlreich und sehr nervig. Egal wie sehr man gewedelt hat und wie viel Feuer man angezündet hat, sie schwirrten penetrant direkt in die Ohren und ums Gesicht herum. Erst bei einsetzender Dämmerung verschwanden sie endlich.
In Damaraland gab es noch eine der wenigen frei-lebende Rhino Population. So beschlossen wir am nächsten Tag am Rhino Tracking teilzunehmen. Um Punkt sechs Uhr wurden wir bei kompletter Dunkelheit abgeholt. Glücklicherweise nahm außer uns niemand teil und so schossen lediglich Walter, seine beiden Ranger und wir mit 80 Sachen durchs Gestrüpp und die Dunkelheit. Irgendwann, wir dachten schon viel schlechter kann der Weg nicht mehr werden, fuhren wir in die Rhino Area und ab dann ging es nur noch über Felsen. Wir waren sehr beeindruckt, was so ein Toyota Landcruiser mit sehr abgefahrenen Reifen so alles hinbekommt. Die Sonne ging langsam auf und wir hielten am ersten Wasserloch an, auf der Suche nach Rhino Spuren.
Rhino Tracking 101:
- Schritt 1: Fahre zu einer bekannten Wasserquelle
- Schritt 2: Suche nach möglichst frischen Rhino-Kötteln (Handball groß)
- Schritt 3: Analysiere die Fußabdrücke und folge der Richtung
- Schritt 4: Wiederhole Schritt 2 & 3 bis du die Rhino findest oder die Spur verlierst. Dann fange ggf. wieder bei Schritt 1 an.
Nachdem wir zu Fuß gesucht und die Spur gefunden hatten, fuhren wir ein Stück weiter vorbei an grasenden Giraffen und Springböcken in die Richtung, in der die Ranger die Rhinos vermuteten. Plötzlich rief Benni „Rhino“ und tatsächlich stand vielleicht 100 Meter entfernt eine kleine Rhino Familie: Vater, Mutter und Baby.
Nun galt es so nah wie möglich heranzukommen. Wir versuchten uns halb rennend, halb schleichend vorzuarbeiten, immer auf der Wind abgewandten Seite. Gar nicht so leicht, kein Geräusch von sich zu geben, wenn der Untergrund zu 80 % aus extrem trockenem Gras besteht. Irgendwie haben wir es aber geschafft und uns auf wenige Meter hingearbeitet. Leider hat uns das kleine Rhino nach einer Weile doch bemerkt und ist ängstlich davon gelaufen, die Eltern sind natürlich mit. Die Ranger erzählten uns, dass es bei Jungtieren immer etwas schwer ist, nahe heranzukommen. Wäre ein erwachsenes Männchen allein unterwegs, könnte man problemlos bis auf wenige Meter hinlaufen.
Trotzdem war es ein sehr cooles Erlebnis, die Spurensuche, die Landschaft und die Rhinobegegnung. Zufrieden machten wir uns auf den Rückweg. Zwei Stunden zurück über Fels und Stein. Durchgeschüttelt kamen wir am Lunch Spot an, wo unsere Guides uns mitten im Nirgendwo ein leckeres Buffet aufbauten.
Zurück im Camp machten wir noch ein Nickerchen, grillten und krochen schließlich erschöpft in unser gemütliches Dachzelt. Ein weiterer toller Tag war zu Ende. Am nächsten Tag ging es noch weiter nach Norden, zum Etosha Nationalpark, genauer zum westlichen Galton Gate.