- Urbancamp Windhoek → Bagatelle Lodge Kalahari | 262 km
Nach 11 Tagen im Dachzelt wollten wir auch mal in einer der berühmten namibischen Lodges übernachten. Ok, um ehrlich zu sein, wollten wir eigentlich in der Kalahari campen, aber leider waren die wenigen Plätze bereits ausgebucht. Da wir die Station aber nicht auslassen wollten, sind wir „gezwungenermaßen“ in die Lodge gegangen. So sind wir also die knapp vier Stunden vom “Urbancamp” zum “Bagatelle Kalahari Game Resort” gefahren. Die ersten paar Hundert Kilometer verliefen quasi nur gerade aus auf einer schönen Teerstraße. Hier und da wurden wir von ein paar Pavianen die auf den Leitplanken saßen beobachtet. Erst auf den letzten Kilometern ließ sich die schöne Landschaft der Kalahari Wüste erkennen. Roter Sandboden, grüne Büsche und als Kontrast der strahlend blaue Himmel.
Nachdem wir das Tor zur Ranch passiert hatten ging es noch zwei Kilometer auf feinstem roten Sandboden weiter. Bei unserer Ankunft wurden wir direkt von einem strahlenden Mitarbeiter mit zwei Gläsern Champagner begrüßt. Das fing schon mal gut an. Nach dieser prickelnden Erfrischung wurden wir zu unserem kleinen Savannen Chalet geführt. Das Chalet war sehr gemütlich und bot einen tollen Blick über die Wüste und die umliegenden Chalets. Beim Parken des Autos neben dem Häuschen bemerkten wir allerdings eine kleine Bienenansammlung unterm Dach, dachten uns aber erst mal nichts dabei. Während wir also auf unserer Veranda gevespert hatten kam der Hotelmanager mit zwei Imkern auf uns zu, um uns Bescheid zu geben, dass die beiden das Nest jetzt entfernen würden.
Also machten wir etwas Platz und liefen zum Hauptbereich zurück, um dort den Nachmittag zu verbringen. Zu unserer Freude konnten wir das mit einem eisgekühlten Aperol Spritz tun. Nach fünf Monaten Aperol-Abstinenz, eher mangels Angebot als freiwillig schmeckte dieser besonders gut.
Da die Ranch zusätzlich zu Pferden und Wildtieren im Reservat auch noch verwaiste Geparden beherbergte schlossen wir uns der geführten Gepardenfütterung an. Im Jeep ging es abwechselnd in die drei Gepardengehege. Alle fünf Geparden, haben als Baby ihre Mutter verloren und hätten alleine nicht überlebt. Darum wurden sie auf der Ranch aufgenommen und aufgepäppelt und leben nun seit mehreren Jahren dort. Auswildern kann man sie leider nicht mehr haben wir gelernt, da sie durch das fehlende Training durch die Gepardenmutter, das in den ersten beiden Jahren stattfindet, nur mit sehr viel zusätzlichen Training in der Lage wären zu Jagen oder sich zu verteidigen. Auch wenn man ihnen das Jagen noch irgendwie beibringen könnte, wären sie zu sehr daran gewohnt, dass es in Menschennähe Futter gibt und würden so in Siedlungen auf Futtersuche gehen und schließlich von Menschen erschossen werden. Die Geparden müssen außerdem getrennt gehalten werden, da in Namibia ein Gesetz existiert, das keinen Nachwuchs von Wildtieren in „Gefangenschaft“ erlaubt.
Damit die Tiere, wie in der Natur auch erst nach einer Jagd was zu Fressen bekommen, rennen sie erst ein paar Minuten hinter den Fahrzeugen her bevor sie sich über ihre rohen Eselsteaks hermachen.
Nachdem wie also die Fütterung der fünf Tiere beobachtet hatten und die Schönheit und Anmut der Tiere aus nächster Nähe gesehen hatten, wurden wir zum Sundowner auf eine nahe gelegene Düne gefahren. Mit einem kalten Gin Tonic konnten wir das Farbenspiel des Sonnenuntergangs bestaunen.
Zurück auf der Ranch wollten wir uns vor dem Essen noch kurz frisch machen und gingen zurück in unser Chalet. Als wir die beiden Imker in voller Montur und mit Stirnlampe umringt von fehlenden Dachplatten auf dem Dach sitzen sahen, dachten wir uns noch nichts dabei und gingen rein. Als wir aber ins Bad wollten, sahen wir das Ergebnis ihrer Arbeit. Ein riesen Loch klaffte in der Decke und ein paar Bienen schwirrten noch immer umher.
Also sind wir schnell wieder raus gegangen und zum Essen. Der Manager würde uns schon noch Bescheid geben, wie es jetzt weiter geht. Während des Hauptgangs kam er auch zu uns an den Tisch. Er eröffnete uns, dass sie leider ausgebucht waren und wir die eine Nacht im „Bienen Chalet“ verbringen müssten. Das Loch war inzwischen wohl provisorisch geschlossen und die Bienen alle draußen. Am nächsten Tag würde er uns dafür in das „Dünen Chalet“ upgraden. Bis dahin lies er uns noch eine Flasche Wein aussuchen, vermutlich dachte er leicht betrunken lässt sich die Nacht mit einem kaputten Dach wohl besser überstehen. Natürlich waren nicht alle Bienen draußen und es wurde für einen von uns beiden eine ziemlich schlaflose Nacht.
Übermüdet ging es am nächsten Morgen erst spät zum Frühstück. Außer einem Ausritt am späten Nachmittag, hatten wir nichts weiter vor. Inzwischen hatten sich auch immer mehr Bienen eingefunden, die nach ihrer abtransportierten Königin suchten. Als wir am späten Vormittag endlich unser Domizil wechselten waren wir doch froh nicht mehr das ständige Summen der Bienen in unseren Ohren zu haben.
Unsere neue Unterkunft war doch etwas nobler als die ursprünglich gebuchte. Auf den Dünen gebaut mit Blick auf das Wasserloch sowie die weite Savanne bot es einen grandiosen Ausblick. Zusätzlich gab es auf der Terrasse noch zwei Liegestühle und einen Whirlpool. Da die Temperaturen nachts von 30 Grad auf 8 Grad abfallen, war dieser allerdings so was von kalt, dass wir uns lieber nur auf die Liegen gelegt haben. Ein bisschen Lesen, etwas Schlaf nachholen und schon war es vier Uhr: Zeit für unseren Ausritt. Unsere Pferde „Top Track“ und „Stone“ warteten schon in voller Western Montur auf uns. Erst ging es für eine kurze Einweisung ins Viereck und dann gingen wir mit unserem Guide Kastubi und seinem Pferd „Little Tom“ ins Gelände.

Zunächst ging es gemütlich die Sanddünen hoch und runter über Stock und Strauch, vorbei an Eseln, Oryx Antilopen, Vogelstraußen und Springböcken. Zwischendrin gab es immer wieder auch die Gelegenheit, ein bisschen zu traben. Als wir schon auf dem Rückweg zum Sundowner Spot waren, Benni wurde soeben auf seiner ersten Galoppstrecke einmal gut durchgeschüttelt, sahen wir die Giraffenherde. Durch die Pferde hatten sie keine Angst vor uns und wir konnten sehr nahe an den Giraffen vorbei reiten. Keine zwei Meter von uns entfernt, was für ein Erlebnis. Total glücklich ging es im Galopp vorbei an den bereits wartenden Touris zum Sundowner Spot, wo dieses Mal eine kalte Cola auf uns wartete. Don‘t Drink an Ride – wir hatten ja noch 20 Minuten Rückweg vor uns.
Glücklich und nach Pferd riechend kamen wir zu Hause an und eine kühle Dusche mit Blick auf den sich noch verfärbenden Himmel wartete auf uns. Den Abend konnten wir wieder mit einem leckeren Drei Gänge Menü und einem Aperol Spritz ausklingen lassen. So ging auch der letzte Tag auf der Bagatelle Game Ranch zu Ende.
Am nächsten Vormittag ging die Fahrt wieder weiter zu den berühmten Dünen von Sossusvlei.