La Dolce Vita auf Sizilien

Nach einem kurzen Zwischenstopp in München ging es in den Süden Italiens nach Sizilien. Hier hatten wir uns für die nächsten drei Wochen eine kleine Wohnung an der Kitelagune Lo Stagnone gemietet. Schon die Autofahrt von Palermo nach Birgi Vecchi war richtig idyllisch und landschaftlich genauso wie man sich Sizilien vorstellt: hügelig, viele Weinreben, Olivenbäume und Zypressen, italienische verfallene Häuser und Blumen.

Woche 1: Überraschungsbesuch & windlose Tage

Die ersten drei Tage waren leider windlos und so vertrieben wir uns die Zeit mit gutem Essen, Wein und Aperol Spritz.

Freitag Abend sollten ja Pasi und Mareen für ein paar Tage zu Besuch kommen, um gemeinsam Kathas Geburtstag zu feiern. So bereiteten wir gerade das Mittagessen vor, als plötzlich Kathas Eltern vor der Tür standen. Was für eine schöne Überraschung, damit hatte sie überhaupt nicht gerechnet. Am Abend war dann die ganze Familie Kaiser vollständig und wir konnten alle zusammen in Kathas Geburtstag rein feiern.

Wind hatte es eh keinen, also machten wir zusammen einen Ausflug zu den Tempeln von Selinunte.

Wir besuchten das Bergdorf Erice und verbrachten viele Abende mit Kartenspielen und gemeinsamen Kochen.

Am Montagabend mussten uns Mareen und Pasi leider schon wieder verlassen, aber Jürgen und Martina blieben uns noch bis Freitag erhalten.

Zusammen besuchten wir Marsala.

Und machten eine tolle Wanderung im „Lo Zingaro“ Nationalpark.

Viel zu schnell war die Woche wieder vorbei. Allerdings kam mit der Abreise von Jürgen und Martina auch endlich mal guter Wind.

Woche 2: ein bisschen Wind

Die Lagune von Lo Stagnone ist eines der größten Flachwasser- und Stehreviere Europas. Da eine Insel die Lagune vom Meer abschirmt, kann man auch bei jeder Windrichtung Kiten. Die Hauptwinde sind allerdings der „Scirocco“ von Süden (stärker und böiger) und der „Mistral“ (thermisch und konstanter). Theoretisch kann man überall einsteigen, aber manchmal ist kein guter Start und Landebereich vorhanden. Wir entschieden uns also für den Norden der Lagune und gingen zur „Kitelagune“, wo man für 5€ am Tag die Facilities nutzen kann. Der nördliche Bereich ist nicht ganz so voll wie der Süden und das Wasser teilweise nur 10-30 cm tief mit einem sehr schlammigen Untergrund. Dummerweise hatten wir uns zu wenig mit der Seeanemonen Thematik beschäftigt, die immer wieder in der Lagune vorkommen und so bei Katha sehr starke allergische Reaktionen auf der Haut hervorgerufen hatten. Somit stiegen wir nach zwei Tagen fahren trotz Badewannen Temperatur auf Leggins um.

In der zweiten Woche hatten wir wie gesagt, einen Tag guten Südwind (12m Kite und 137er Board) bei ca 16-18 Knoten. Sonst hatten wir noch Nordwestwind bei 10-14 Knoten und so waren wir noch an vier weiteren Tagen auf dem Wasser (12m Kite und 142er Board), wo wir aber viel Kurbeln mussten. Die anderen in unserer Gewichtsklasse waren aber alle mit 15m Kite und aufwärts unterwegs.

Woche 3: ein Fallschirmsprung & endlich Wind

In der letzten Woche sind wir noch für einen Tag nach Trapani gefahren, ein schönes kleines Städtchen am Meer.

Mittwochs ging es dann auf die Ostseite derInsel nach Siracusa. Benni hatte Katha nämlich einen Fallschirmsprung zum Geburtstag geschenkt, den wir am Donnerstag einlösen wollten. Den Nachmittag nutzen wir, um die Stadt ein bisschen zu erkundigen. Da die Fahrt vier Stunden dauerte, beschlossen wir eine Nacht in Siracusa zu verbringen. Am Donnerstagvormittag war es dann so weit, wir machten uns auf den Weg zum Flugplatz. Wegen des starken Regens und Gewitter verschob sich unser Sprung von 14 Uhr auf 17 Uhr. Den ganzen Vormittag war Katha nervös (Benni natürlich nicht, da es schon sein zweiter Sprung war).

Als es dann so weit war, das Gewitter vorbei und die Sonne durch kam, ging alles ganz schnell. Leider mussten wir getrennt springen und Katha wurde zuerst eingeteilt. Zu zehnt quetschten wir uns in das kleine Propellerflugzeug, das sich 20 Minuten lang kreisend auf die Absprunghöhe von 4200 m hocharbeitete. Kathas Tandem Partner Peppe, konnte leider kein Englisch. So blieb ihr gar keine Wahl, als zu springen, denn nachgefragt wurde nicht mehr. Pepe hatte aber so einen großen Bierbauch, der sich bei seiner Bauchatmung fast schon meditativ in Kathas Rücken drückte, sodass sie beim Absprung total gelassen war. Fast eine Minute freier Fall gingen sehr laut und sehr schnell vorbei. Ein unglaubliches Gefühl, durch die Wolken ins Nichts zu fallen, bis dann durch die Wolkendecke der Boden in Sicht kam. Dann wurde auch schon der Fallschirm gezogen und plötzlich war alles ganz still und friedlich. Die darauffolgenden 15 Minuten verbrachten wir in einem gemütlichen Sinkflug und konnten Siracusa, die Küste und die schöne Landschaft von oben beobachten. Wir durften sogar mal kurz selber lenken.

Danach war Benni dran. Auch er durfte mit Peppe durch die Wolken springen. Die beiden drehten aber einige Pirouetten, wo einem schon beim Zuschauen schlecht wurde. Dann machten wir uns auch schon wieder auf den langen Rückweg.

Am Freitag wurden wir bereits von klappernden Fensterläden geweckt und das bedeutete Wind. Schnell ging es an die Lagune und wir konnten endlich mal zusammen fahren (10m Kite und 141cm Board und 12m Kite und 137cm Board). Endlich konnten wir uns mal wieder den ganzen Tag auf dem Wasser auspowern. Die nächsten beiden Tage war wieder wenig Wind, was für in bisschen Fahren gereicht hat und am Montag, einen Tag vor der Abreise zog der Südwind noch mal durch. Dieses Mal hat es sogar für eine Umrundung der Insel gereicht.

Am Dienstag ging es dann auch schon wieder zurück nach München. Nun blieben uns nur noch knapp zwei Wochen, bis wir wieder zurück zur Arbeit mussten.

Katha

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