Die Fahrt mit der Fähre von Kume-jima nach Naha dauerte knapp drei Stunden. Fähre Fahren ist hier sehr entspannt und günstig haben wir festgestellt. Hier gibt es nämlich nicht nur Sitze, sondern auch gepolsterte Liege/Sitzflächen auf dem Boden. Dadurch kann man sich einfach irgendwie hinsetzen oder auch hinlegen. Nur die Schuhe muss man vorher ausziehen und in das entsprechende Regal stellen. Lustig war auch der Abschied von Kume. Scheinbar ist es Brauch, dass das halbe Dorf zur Fährabfahrt kommt, bunte Bänder hält und winkt, bis die Fähre nicht mehr zu sehen ist.


Nach einer gemütlichen, aufgrund des hohen Wellengangs aber recht schwankenden Fahrt kamen wir in Naha an. Naha ist die Hauptstadt der Hauptinsel Okinawa und der amerikanische Einfluss (hier befindet sich auch eine sehr große US Army Base) ist sofort zu spüren. Die Stadt ist eine Mischung aus einer japanischen Stadt und einem etwas heruntergekommenen Miami. Aber irgendwie hatte es einen sehr coolen Flair. Die 1.2 km zum Hotel legten wir zu Fuß zurück und machten uns nach dem Einchecken direkt auf in die Lobby. Dort gab es nämlich Freibier und kostenloses Eis. Das hat den Schwaben in uns natürlich sehr gefreut und nach ein paar Bier, hat uns der Hunger dann doch auf die Straßen Nahas getrieben. Unser Hotel lag direkt neben der Haupt-Shopping-Straße „Kokusai Dori“ und so konnten wir an Palmen und Neonschildern entlang schlendern und das wuselige Treiben beobachten.



Da der Abend mit Freibier doch etwas länger wurde, haben wir am nächsten Tag erst mal das Frühstück verschlafen. Glücklicherweise haben wir eine kleine französische Bäckerei gefunden und es gab seit langem Mal wieder gutes Brot und Croissants zum Frühstück. Mittags gab es wieder die obligatorischen Ramen und dann wurde es Zeit für ein kleines Mittagsschläfchen, damit wir fit für den Abend waren. Nicht fürs Freibier, aber für unsere Verabredung mit einem Sushi Meister. Ohne eine exquisite Sushiverköstigung kann man ja nicht in Japan gewesen sein und bisher hatten wir nicht die Muse dazu.









Das Restaurant „Isuke“, ist auf den ersten Blick sehr unscheinbar und wenn man reinkommt, finden lediglich acht Leute am Tresen Platz. Wir wurden sofort freundlich vom Sushi Meister begrüßt und bekamen unseren Platz zugewiesen. Auch innen war das Design eher minimalistisch schlicht gehalten und hat uns gut gefallen. Dann ging es auch schon los.


Die komplette Zubereitung fand vor unseren Augen statt. Wir bekamen eine Platte mit Ingwer, Algen, Wasabi, Sojasoße und Salz gereicht und darauf wurde dann der erste Gang Sashimi angerichtet. Brav Deutsch haben wir natürlich alles aufgegessen. Der Fisch war butterweich und auch die Algen und die acht Ingwerstückchen sehr lecker. Erst später haben wir rausgefunden, dass das eigentlich als Geschmacksneutralisierer zwischen den Gängen gedacht war, wir unwissend, aber komplett verspeist hatten. Der Koch musste sich auch gewundert haben, aber er hat anstandslos unsere Ingwer- und Algenportion aufgefüllt.


Danach folgten insgesamt 15 weitere Gänge. Nach dem zehnten Gang waren wir eigentlich schon total satt und haben uns gefragt, ob wir irgendwas übersehen hatten und man eventuell was auf dem Teller liegen lassen soll, um zu zeigen, dass man satt ist. Aber dem war scheinbar nicht so und nach besagtem 16. Gang bedankte und verneigte sich der Meister bei uns fürs Essen. Gern geschehen, dachten wir uns, essen können wir. Insgesamt war es ein sehr leckerer und lustiger Abend und mit Google Translator haben wir auch ein bisschen mit dem Koch plaudern können.
















Das Sushi Menü reichte von diversen Fish Nigiri, gebratenem Fisch, Mini-Oktopusse, Heringseier, Seeigel (eine Delikatesse in Japan), Lachs, Thunfisch, Muscheln bis hin zur Königskrabbe. Für Benni, der zwar gerne Fisch isst, aber jetzt nicht der größte Meeresfrüchte-Fan ist, war der ein oder andere Gang doch eine Herausforderung, zum Glück hatte er Katha dabei, die ihm den Mini-Oktopus-Spieß abgenommen hat.
Als wir nach knapp zwei Stunden fertig waren, kam auch die High Society Nahas um ein spätes Sushi Menü zu genießen. Gut, dass wir die frühere Uhrzeit gewählt hatten. So waren wir nämlich alleine im Restaurant und hatten die volle Aufmerksamkeit vom Chefkoch.
Am folgenden Tag nahmen wir wieder die 15-Uhr-Fähre, diesmal nach Zamami. Aber davor machten wir noch einen Abstecher ins American Village. Kunterbunt und eine Mischung aus 50er-Jahre USA meets Disneyland, so war das American Village für uns. Viele kleine Läden und Restaurants luden zum Schlendern ein. Nachdem wir uns alles angeschaut haben, ging es zurück zum Hotel und auf die Fähre.











Ursprüngliche hatten wir geplant am ersten April Japan zu verlassen und über Taiwan nach Micronesien zu fliegen. Aber inzwischen waren die Flüge so teuer geworden, und Japan hat uns so gut gefallen, dass wir den Plan verworfen haben und noch eine Woche in Japan drangehängt haben. Zamami, wir kommen!