Nach einem dreistündigen Flug von Osaka landeten wir also auf der kleinen Insel Ishigaki. Auf der Zugfahrt nach Niseko hatten wir uns nach stundenlanger Suche den vermutlich letzten verfügbaren Mietwagen bei einer kleinen (vier Autos) familiengeführten Mietwagenfirma (Jellyfish) auf der Insel organisiert. Da die Mietwagenfirma jedoch nicht direkt am Flughafen war, wurden wir am Flughafen abgeholt.
Nachdem wir also unser Gepäck vom Band geholt hatten, wurden wir in der kleinen Ankunftshalle bereits von unserer Fahrerin erwartet und herzlich auf Japanisch begrüßt. Die Fahrt dauerte ca. 20 Minuten und brachte uns in eine kleine private Wohnsiedlung im Norden Ishigakis.
Um in Japan als deutscher einen Mietwagen fahren zu dürfen, bringt einen weder der deutsche noch der internationale Führerschein weiter. Man benötigt zwingend eine japanische Übersetzung des deutschen Führerscheines. Diese hatten wir aber bereits in Tokyo beim JAF, dem japanischen ADAC, online beantragt und im 7-Eleven in Niseko ausgedruckt. Die Abwicklung der Formalitäten lief deshalb problemlos ab. Nachdem wir den japanischen Mietvertrag unterschrieben hatten (Keine Ahnung was da drin stand. Hätte auch die Speisekarte eines Sushi Restaurants sein können), konnten wir mit unserem kleinen Daihatsu auf die Straßen von Ishigaki starten.
Auf der Insel herrscht wie überall in Japan Linksverkehr und es ist fast immer nur maximal Tempo 40 erlaubt. Im gemütlichen Tempo ging es also noch neun Kilometer weiter in Richtung „Kabira“ und unserem Hotel „Lulaliya“. Das Hotel war ein kleines süßes Gasthaus und man konnte das entspannte Inselleben förmlich spüren. Die Gastgeber waren zwei Surfer mit ihrer Familie und supernett. Zu unserem Hotel gehörte auch ein kleines Restaurant, in dem wir sehr häufig richtig gut Ramen zu Abend gegessen haben.





Am ersten Abend sind wir aber auf Empfehlung unserer Gastgeber, leider wissen wir nicht mehr wie die beiden hießen, zum Abendessen in ein nahe gelegenes Sushi Restaurant gegangen. Wir hatten, glauben wir, noch nie so ein leckeres, butterweiches Sashimi (roher fein aufgeschnittener Fisch) gegessen. Satt und zufrieden sind wir zurück in unser Zimmerchen und haben uns richtig auf die kommende Woche auf Ishigaki gefreut. Ein bisschen Entschleunigung nach den letzten Wochen konnten wir gut gebrauchen.



Ishigaki ist eine der südlichsten Insel der Okinawainselgruppe und liegt näher an Taiwan als an Japan. Die Insel selbst ist gefühlt in den 70er-Jahren stehen geblieben. Es sah zumindest so aus, als wurde seit dem nichts mehr in Häuser, Infrastruktur etc. investiert. Aber vielleicht genau deswegen war die Insel sehr natürlich, unberührt und schön. Strandzugänge musste man sich halt über die Googlesatellitenbilder suchen, da die Navigation dahin nur selten funktioniert hat. Ohne Auto wäre es ein wenig schwierig geworden, sich auf der Insel fortzubewegen. Es gibt zwar ein Bus, der die Insel einmal abfährt, aber dieser fährt nur vier Mal am Tag und man erreicht auch nicht alle Orte. Sich einen Roller mieten und damit die Insel erkunden wäre allerdings auch eine Möglichkeit, wenn man nicht wie wir so viel (Kite) Gepäck hat.






Die nächsten Tage haben wir erst mal mit viel Tauchen verbracht, in der Annahme, für unsere geplante Tauchsafari mindestens 50 Tauchgänge zu benötigen, haben wir in drei Tagen neun Tauchgänge absolviert. Ganz schön anstrengend war das. Hibiki und Abe vom Tauchcenter waren allerdings sehr nett und mit ihren paar Worten Englisch und Google Translator konnten wir uns auch ganz gut verständigen. Ishigaki besitzt tatsächlich noch ein ziemlich intaktes Korallenriff und so konnten wir auf jedem Tauchgang viele Steinkorallen und viele kleine Fische bestaunen.
















Das Highlight der Tauchgänge war allerdings der Tauchspot „Manta City“. Insgesamt dreimal waren wir dort und konnten zusehen, wie jeweils drei bis fünf Mantas über uns ihre Kreise zogen. Auch sehr cool waren die vier fast 50 cm großen Riesensepia, die an uns vorbei gezogen sind. Auf einem der Tauchgänge wurde Katha noch von einem kleinen Clownfisch angegriffen, der hartnäckig seine Anemone verteidigt hat, als sie ihm mit der Kamera zu nahe kam.









Die Tauchinfrastruktur und auch die Ausrüstung ist natürlich nicht mit den Malediven, Ägypten etc. zu vergleichen. Die meisten Leute, die dort tauchen, bringen ihr eigenes Equipment mit. Auf Bennis Frage, wo denn sein zweiter Atemregler (Oktopus) sei, haben die Guides nur lächelnd mit den Schultern gezuckt und „it’s a rental“ gemurmelt. Immerhin hatten die Guides zwei Atemregler für den Notfall und da die Gruppen mit maximal vier Personen pro Guide eher klein waren, war das auch kein Problem.
Wir hatten uns die Insel Ishigaki auch wegen des Kitesurfens ausgesucht. Auch wenn es dazu nur wenige Information im Internet gab. Wir hatten Glück und am zweiten Tag hatte es direkt viel Wind. Darum wurde auch das Tauchen abgesagt und wir konnten uns auf die Suche nach einem Kitespot machen. Das war schwieriger als gedacht, da die Spots sehr schwer zugänglich und auch wenig beschrieben waren. Nachdem die ersten Spots „Kabira Beach“ und „Tabaga Beach“ nichts waren, fuhren wir eine Stunde in den Norden der Insel und fanden dort den traumhaften „Akaishi Beach“.






Kilometerlanger Sandstrand, flaches türkises Wasser ohne Steine (eine Seltenheit auf der Insel) und umgeben von grünen Hügeln. Ein bisschen hat es uns an „Tunnels Beach“ auf Kauai erinnert. Bei Nord bis Südost Wind der perfekte Spot. Bei Südwind leider absolut windstill, wir haben es an den anderen Tagen getestet. So konnten wir gemütlich drei Stunden vollkommen alleine auf dem Wasser kiten und die Handvoll Touristen, die vorbei kamen, bespaßen. Nach dem rauen Wind und Wasser auf Maui war das Kiten hier ein Traum. Der Wind war zwar nicht so stark, aber sehr konstant und ausreichend für unseren 12m Kite. Einfach traumhaft.





Nach zwei Tagen Windpause, die wir tauchend verbracht haben, hat der Wind auf Süden gedreht und wir mussten nach einem Spot für Südwind Ausschau halten. Das war gar nicht so leicht. Der erste Spot, den wir austesten wollten, war in Ishigaki Stadt, leider musste man um dort hinzugelangen, über eine Mauer klettern und hatte er nur einen sehr schmalen Streifen Sand. Nicht gerade ideal, also versuchten wir es beim Nächsten. Der Spot in der „Nagura Bay“ war leider auch nicht ideal. Bei Ebbe war es voller Algen, bei Flut war ein Start- und Landebereich quasi nicht vorhanden und immer lagen sehr viele Tauchboote in der Bucht vor Anker, um die man hätte rum manövrieren müssen. Aber mit unserem kleinen Flitzer waren wir ja mobil und so sind wir die Insel abgefahren und haben weiter nach einem guten Spot bei Südwind gesucht.




Der einzige Spot, den wir als gar nicht so schlecht befunden hatten, war ein namenloser Strand unterhalb der „Toya Ranch“ auf der Westseite auf Höhe des „Akaishi Beach“. Das kleine Problem hier waren allerdings drei große Felsen, die downwind im Wasser waren und in die man sich auf keinen Fall reinziehen lassen sollte. Aber mit genug Wind war es kein Problem, Höhe zu halten und Höhe zu laufen und so konnten wir dort zwei Tage wieder komplett alleine Kitesurfen.








Nur an einem Tag waren kurz drei japanische Jungs da, welche uns ganz fasziniert gefragt haben, wie wir es denn hinbekämen, uns gegen den Wind fortzubewegen. Nach einer kurzen Erklärung haben sie sich ehrfürchtig verbeugt, und sich bedankt, dass sie uns zuschauen durften. Die Japaner sind schon ein lustiges, höfliches Völkchen.
Als es nach einer Woche tauchen, kiten und die Insel abcruisen Zeit wurde auf die nächste Insel zu reisen, waren wir doch ein bisschen traurig darüber. Ishigaki war einfach nur entspannend.





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Wow, einfach immer wieder schön eure Beiträge, Videos und Fotos anzuschauen. Atemberaubend schön🤩✨🙌🏼😘👋🏼😍
Ganz liebe Grüße aus Neuseeland🙌🏼