Kume-jima

Nach einer längeren Suche, wie wir auf die nächste Insel kommen würden, haben wir uns fürs Fliegen entschieden. Mit der Fähre wäre die Reise von Ishigaki nach Kume-jima nicht so ohne Weiteres möglich gewesen. Also sind wir erst eine knappe Stunde nach Naha und von dort 30 Minuten nach Kume geflogen. Auf den Flugplan abgestimmt fuhr auch direkt der Linienbus in Richtung Hotel. Dieses lag zwar am Strand sah aber aus wie ein Krankenhaus aus den 70er-Jahren. Die Zimmer wurden allerdings in der Zwischenzeit renoviert und so war es eigentlich ganz nett hier.

Den ersten Nachmittag wollten wir ganz entspannt angehen, aber der breite leere Strand direkt vorm Hotel und ein stetiger Wind haben uns geradezu zu einer Kitesession eingeladen. Schnell Umziehen und raus aufs Wasser. Nach wenigen Minuten hatte sich schon das halbe Hotel versammelt, um uns zu zuschauen und uns zu fotografieren. Kitesurfer scheinen hier zwar eine Seltenheit zu sein, aber egal wie klein die Kite-Community ist, irgendwie findet man sich immer. Der bunte Schirm am Himmel scheint andere Kiter förmlich anzuziehen. Denn eine der Zuschauerinnen entpuppte sich als Reiko, die hier einen kleinen Kiteshop betreibt, selber seit vielen Jahren kitesurft und regelmäßig Trips auf die Sandbank Hate-no-Hama unternimmt. Schnell waren die Kontakte ausgetauscht und wir verabredeten uns für Montag. Bis dahin standen erst mal noch zwei Tage Tauchen auf dem Programm.

Die Tauchschule war direkt neben dem Hotel und die Guides sehr freundlich. Einer konnte sogar ein bisschen Englisch, was die Kommunikation erleichtert hatte. Glücklicherweise waren die zwei Tauchgänge erst für den nächsten Mittag geplant und wir konnten den Morgen endlich mal wieder ganz gemütlich starten. An der Tauchschule angekommen wurden wir sehr freundlich begrüßt und nach wenigen Minuten von den anderen Tauchern angesprochen, dass sie uns am Vortag haben Kiten sehen. So war das Eis gebrochen und wir haben uns mit Englisch, Händen und Füßen miteinander unterhalten. Auf dem Boot abgekommen war unser Equipment schon für uns aufgebaut. Bei den Shirahama Divers gab es scheinbar ein rundum-sorglos Paket. Die beiden Tauchgänge waren ganz nett, aber relativ unspektakulär.

Was aber sehr lustig war, war die Tatsache, dass die Tauchhandzeichen doch nicht so international gängig waren, wie wir dachten. Auf Kathas Zeichen, dass sie noch 80 Bar Luft hatte (ab 50 sollte man langsam Auftauchen), folgte vom Guide ein sofortiges Einleiten des Sicherheitsstopps auf 5 m und nach drei Minuten dann das Auftauchen und das Zurückkehren zum Boot. Zunächst haben wir uns nichts dabei gedacht, aber nach kurzer Zeit hat sich herausgestellt, dass die Art, wie wir 80 Bar anzeigen, hier wie 30 Bar aussieht und somit die Luft schon ziemlich am Ende wäre. Das sorgte für ein kurzen Lacher und wir haben uns erst mal gegenseitig die verschiedenen Zeichen gezeigt, sodass beim nächsten Tauchgang keine Missverständnisse mehr entstehen würden.

Am nächsten Tag waren die beiden Tauchgänge für morgens eingeplant und wir machten uns nach dem Frühstück auf zur Tauchbasis. Nachdem auch hier die beiden Tauchgänge nicht so spektakulär waren und für die nächsten Tage viel Wind vorher gesagt war, beschlossen wir das Tauchen auf Kume erst mal zu lassen.

Das Hotel und unseren Aufenthalt auf Kume hatten wir bei den Windvorhersagen für Montag und Dienstag auch direkt um drei Tage verlängert und die Weiterreise von Montag auf Mittwoch geschoben. Somit war der Sonntag der erste freie Tag seit Langem. Kein Wind, kein Tauchen, sondern einfach nur Lesen und nichts tun. Mittags sind wir noch ein bisschen über die Insel spaziert und für einen leckeren Sonntagsschmaus eingekehrt.

Am nächsten Morgen war es dann so weit. Reiko holte uns um 10 Uhr ab und nahm uns mit zu ihrem Boot am Hafen. Dort trafen wir noch auf Ihren Mann und zwei Freunde von ihr. Nach 30 Minuten Bootsfahrt kamen wir auf der Sandbank an. Ein traumhaftes Plätzchen. Kilometer langer Sandstrand auf der einen Seite und in etwas Entfernung ein Riff, was zu einem tollen Flachwasserspot bei Nordwind sorgte.

Schnell hatten wir unsere Kites aufgebaut und waren auf dem Wasser. Da uns Reiko einen ihrer Kites lieh, konnten wir endlich mal wieder zusammen fahren. Guter Wind, wenig Wellen, einfach traumhafte Konditionen und wir konnten ein bisschen an unseren Sprüngen arbeiten. Nach 1.5 h am Stück fahren, sind wir kaputt und glücklich zurück an Land gegangen für eine kleines Mittags-Picknick. Aber die Pause währte nicht lange, > 20 Knoten Wind muss man ausnutzen und wir sind noch mal eine Stunde aufs Wasser. Danach hieß es zusammen packen und wieder zurück nach Kume Fahren.

Der Muskelkater für den nächsten Tag war zwar schon vorprogrammiert, aber diesen Spot konnten wir uns nicht entgehen lassen und so fuhren wir am nächsten Tag noch einmal mit Reiko raus. Dieses Mal kam sogar die Sonne raus und wir hatten einfach paradiesische Bedingungen. Zwar nur Wind für den 12 m Kite, aber immer noch traumhaft. Das Wasser sah so toll aus, da wollte man gar nicht mehr aufhören zu fahren. Nachdem wir nach über zwei Stunden fahren, total entkräftet am Strand lagen, kam Kohane, die Tochter von Reikos Kumpel, mit ihren Strandfunden zu uns. Sie hatte doch tatsächlich eine noch verschweißte US Armee Ration gefunden. Neugierig machten wir sie auf und der Inhalt war tatsächlich noch gut und genießbar. Sehr zu ihrer Freude probierten wir alle die Salzmandeln und Erdnussbutter und hatten am nächsten Tag keine Magenprobleme davon.

Nach zwei super Kite Tagen, einem Todesbauchmuskelkater und vielen tollen Momenten wurde es wieder Zeit für den Abschied. Eins war uns aber klar, nach Kume-jima würden wir zum Kitesurfen auf jeden Fall wieder kommen.

Als nächstes ging es mit der Fähre für zwei Tage nach Naha auf die Hauptinsel.

Katha

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