Der Flug nach La Paz ging von Cancún über Guadalajara. Die Welt ist ja bekanntlich ein Dorf und so sind wir direkt beim Betreten der Lounge in Guadalajara Johannes in die Arme gelaufen. Johannes ist ein Studienkollege von Katha aus Karlsruhe, mit dem sie 2012 in Mexiko war und der jetzt hier lebt. Zufälle gibt es. Nach einem freudigen und unerwarteten Wiedersehen ging es für uns weiter nach La Paz.

Angekommen wollten wir den sehr hohen Taxi und Shuttle Preisen ein Schnippchen schlagen und haben über Uber, aber dann auch wieder ohne die App und hartem Nachverhandeln des Fahrers die Fahrt nach La Ventana angetreten. Dieses wirklich sehr überschaubare Dorf liegt knapp 50 km südlich von La Paz. Es führt genau eine Straße dort hin, die man nach Einbruch der Dunkelheit meiden soll. Nicht etwa wegen Überfällen, sondern wegen der unübersichtlichen Bedingungen und der vielen Tiere, die einfach mal die Straße kreuzen. Nach 50 min Fahrt vorbei an endlos vielen Kakteen und Hügeln kamen wir in La Ventana an.
Dort sind wir in unsere Unterkunft mit Blick auf die Bucht der „Sea of Cortez“ gezogen. Außer drei sehr spärlich ausgestatteten Supermärkten, einer handvoll Restaurants und unglaublich vielen Amis, die hier in ihren Trailern überwintern gibt es hier nicht viel außer sehr viel Wind.
Dank der thermischen Effekte kam der Wind immer ziemlich genau zwischen 11 und 12 Uhr. Der Vormittag war immer noch recht leer, aber mit dem steigenden Wind kamen dann auch immer mehr Leute aufs Wasser. Als der Wind dann die 25 Knoten überstieg und wir uns mit unserem 9 m Kite wegen zu viel Power nicht mehr heraus gewagt haben, kamen dann die richtigen Profis und fingen mit ihren >15 m Sprüngen an. Einfach verrückt. Nach vier Tagen Kitesurfen bei 16-30 Knoten Wind, waren wir dann doch froh über einen Tag Wind-Pause. Glücklicherweise hielt diese nur einen Tag und und so konnten wir den letzten Tag wieder auf dem Wasser verbringen. 5/6 Tagen Wind war doch mal eine gute Bilanz.
Wenn man wie wir ohne Auto unterwegs ist, dann bleibt einem nur der Kite Spot der in Hotelnähe ist. In unserem Fall „Playa Central“. Ein großer Strandabschnitt erleichtert Aufbau und Starten. Zusätzlich gibt es noch ein Restaurant und eine Kite Schule direkt vor Ort. Man kann einfach kilometerweit rausfahren und wenn alles schiefgeht, wird man am Ende der Bucht wieder am Strand vom Wind ausgespuckt. Weiter südlich gibt es noch einen ähnlichen Spot bei „Baja Joes“ und am südlichsten Ende der Bucht sogar einen leichten Wave Spot, aber ohne Auto ist der Fußmarsch mit der Ausrüstung zu weit.
Die Kite Community ist sehr aufgeschlossen hier und so haben wir im Hotel ein paar nette Leute kennen gelernt. Allen voran Amy und Michael die seit Corona auf Maui leben. Voll gepackt mit Tipps und Kontakten kann es nun weiter gehen. Mal schauen ob wir Reinhard aus Österreich auch wirklich am minutiöses beschriebenen Strandabschnitt treffen.
Nun hieß es nach 22 Tagen – 1 Mezcal Rausch – 6 Kite Tagen – unendlich vielen Tacos al Pastor & Guacamole:
Hasta luego querido México und Aloha Hawaii.