Ein kleiner Roadtrip über die Halbinsel Yucatán

In Cancún gelandet, haben wir uns direkt zum Mietwagen Schalter begeben. Eine Stunde später waren wir stolze Fahrer eines Chevrolet Aveo. Ein Traum in weiß mit schwarzen Polstersitzen, aber er sollte uns ja einfach nur von A nach B bringen. Nachdem wir unser Gepäck problemlos verstaut hatten, fuhren wir los zu unserem ersten Stop: das 1.5 h entfernte Tulum. Ein tolles Gefühl, mal wieder selber im Auto zu sitzen und zu fahren.

Holt euch am besten noch einen Kaffee oder was zu trinken (je nach Uhrzeit) und setzt euch bequem hin. Dieser Beitrag wird lang 😉

Tulum

Um 21.30 hatten wir es dann auch geschafft und wir kamen in unseren Cabañitas in Tulum an. Gemütliche kleine zwei-stöckige Hütten mit einer Art Strohdach, umringt von Palmen mit Zugang zu einem kleinen Privatstrand. Das haben wir allerdings erst am nächsten Morgen gesehen. Den ersten Tag in Tulum haben wir auf den Strandliegen verbracht. Der Wind war immer knapp unter der kitebaren Grenze, eine angenehme Brise, aber zum Fahren ein bisschen zu wenig. Benni hatte es trotzdem versucht, aber nach ein paar Minuten Kite-Kurbeln recht schnell wieder aufgegeben. Mit etwas mehr Wind wäre es ein traumhafter Spot. Wir konnten direkt am Hotel auf und abbauen und einfach am Strand entlang fahren.

Am zweiten Tag haben wir uns morgens zu den Ruinen von Tulum aufgemacht. Eine imposante archäologische Stätte direkt am türkisblauen Karibischen Meer. Eine der wenigen Maya Hochburgen, die direkt am Meer lagen. Danach sind wir noch Tanken, haben was für die Mittagspause geholt und sind zu unserem zweiten Ziel gefahren. Das Biosphärenreservat Sian Ka‘an.

Sian Ka’an & Punta Allen

In Sian Ka’an gibt es außer ein paar wenigen Eco-Hotels und einem sehr kleinen Dorf am Ende der Landzunge nur Natur und Tiere. Die Fahrt dort hin war abenteuerlich. Laut Google sollte die 40 km Fahrt 1:37 h dauern, was wir uns zunächst nicht vorstellen konnten. Nachdem wir kurz südlich von Tulum in den Park einfuhren, war uns klar warum. 40 km Sand-Buckelpiste mit Schlaglöchern, bei denen ein Autoliebhaber schon beim hinsehen Bauchschmerzen bekommt. Teilweise waren die Schlaglöcher eher mit afrikanischen Wasserlöchern zu vergleichen, aber wie heißt es so nett – don‘t be gentle it‘s a rental. Gott sei Dank waren wir vorausschauend genug, auch eine Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung abzuschließen, somit fuhren wir los. Anfänglich ging es ganz gut, aber irgendwann wurden die Löcher größer und größer. Mit nur zwei Mal leicht aufsetzen hatten wir es nach knapp 3 Stunden zum Hotel geschafft. Von den Schlaglöchern mal abgesehen war es eine traumhafte Fahrt, dauernd umgeben von Palmen mit dem ein oder anderen Leguan am Wegrand und einer Nasenbärfamilie die unseren Weg gekreuzt hat.

Als wir ankamen musste uns die Rezeptionistin leider leider mitteilen, das unser gebuchtes Zimmer leider ein kleines Loch im Strohdach hat und gerade geflickt wurde. Somit mussten wir leider leider in den Beach Bungalow ausweichen. Direkt am Strand, so groß wie eine 2-Zimmer Wohnung in der Münchner Innenstadt, mit Außendusche und einer Veranda mit Hängematten. Besser konnten wir es gar nicht treffen. Die letzten Sonnenstunden genossen wir lesend auf der Terrasse und freuten uns auf den nächsten Tag.

Die Windgötter waren uns erneut nicht wohl gesinnt, so blies dieser zwar konstant und verschaffte uns eine angenehme Kühlung, aber zum Kiten hat es nicht gereicht. Somit wurde es mal wieder der Liegestuhl und ein Buch. Gut, dass die Buchreihe, die wie beide gerade lesen, zehn Bände hat.

Am nächsten Morgen sind wir zu einem wolkenverhangenen, grauen Himmel aufgewacht. Trotz – null Wind Vorhersage hat uns „El Norte“ überrascht. Mit stetigen 15 Knoten Wind hat uns dieser eine einmalige Kite-Session ermöglicht. Den Strand und das Meer hatten wir komplett für uns. Und nach 4 h fahren haben wir uns erschöpft für ein Nickerchen auf die Liegen zurückgezogen. Einfach traumhafte Bedingungen vor einer einmaligen Kulisse. Aufbauen konnten wir direkt am Strand vor unserem Hotel (Sol Caribe), das Starten und Landen hat durch das viele Seegrass etwas Kreativität gefordert, aber dann war es einfach gigantisch.

Nachmittags sind wir dann nochmal in das 8 km und 30 Minuten Buckelpiste entfernte Dorf Punta Allen gefahren. Außer einem Mini-Supermercado, zwei Fishing Lodges, einem geöffneten Restaurant und ein paar Häusern gab es dort nicht viel zu sehen. Wir sind also ein bisschen herum geschlendert und haben uns danach noch einen leckeren Shrimpscocktail gegönnt.

Am Tag der Abreise wurden wir von stetigen Regen geweckt, somit war der Abschied aus unserem kleinen Paradies nicht ganz so schwer. Die Rückfahrt war trotz ein paar mehr Wasserlöchern doch ein bisschen angenehmer als die Hinfahrt.

Chichen Itzá & Cancún

Insgesamt 5 h saßen wir im Auto, bis wir in Chichen Itzá ankamen. Die wohl bekannteste Maya Stätte und damals angeblich auch die Hauptstadt der Maya, berühmt durch den sehr gut erhaltenen perfekt pyramidalen Tempel. Schlappe 60€ hat der Eintritt gekostet, aber durch die Nähe Cancúns ist das wohl zu erwarten. Anfangs noch total von Touristen überlaufen, hat sich Chichen Itzá doch schnell geleert, da wir erst 2 h vor Schließung dort ankamen und die meisten Tourbusse sich da schon auf den Heimweg machten. So konnten wir in Ruhe und mit erstaunlich wenigen Menschen die Pyramiden besichtigen. Nach noch einmal 2.5 h Autofahrt auf einer mautpflichtigen Autobahn, die preislich sogar die Brennerautobahn in den Schatten stellt, den Namen aber dank der tausend Baustellen und Fahrbahnverengungen eigentlich nicht verdient hatte, kamen wir in Cancún an. Kaputt sind wir da auch direkt ins Bett gefallen.

Isla Blanca

Da Cancun nur ein Zwischenstopp zu unserem eigentlichen Ziel – Isla Blanca – war, ging es direkt nach dem Frühstück weiter. Isla Blanca ist wieder eine Landzunge 30 Minuten nördlich von Cancún. Auch hier führen die letzten km über eine Buckelpiste, aber nach der Fahrt in Sian Ka‘an war das ein Kinderspiel. Tatsächlich scheint das noch einer der „Geheimtipps“ zu sein. Den außer ein paar Ecohotels und einer Kitebase an der angrenzenden Lagune gibt es hier nichts als Palmen, Sand und Meer. Wenn man wirklich in den Norden der Landzunge gelangen möchte, sollte man allerdings einen Geländewagen haben. Da der Sand irgendwann nicht mehr befestigt ist, so kam auch unser Aveo an seine Grenzen. Unsere Unterkunft, das Ikarus Kite Center, lag direkt an der Lagune und bietet eine perfekte Infrastruktur zum Kitesurfen. Zimmer zum übernachten oder Zelte zum Campen, eine Grasfläche zum Aufbauen und eine riesige Lagune mit viel Stehrevier ohne jegliche Hindernisse. Hier muss man richtig gut Kitesurfen können, aber leider waren die Windgötter nicht mit uns. Saison ist hier zwar von November bis April, aber windstille Tage gibt es halt überall auf der Welt. So blieben uns die schöne idyllische Natur, der Strand und das türkise Meer auf der anderen Seite der Landzunge und unser Buch zum Entspannen.

Zwei Tage später ging es morgens um fünf in Richtung Flughafen. Mietwagenabgabe – zu unserem Erstaunen wurde dieser trotz Buckelpistenfahrt anstandslos angenommen – Kratzer und Dellen werden hier scheinbar erst wenn sie größer als 5cm sind beanstandet. Dann ging es weiter zu unserem letzten Ziel in Mexiko: La Ventana in Baja California Sur.

Katha

There is 1 comment

  1. ….ich habe mich für ein 🍷Wein entschieden 😅
    Ich bin aber nicht zum Trinken gekommen, es war sehr kurzweilig 🙌🏼
    Ich sehe und lese, euch geht es gut😘
    Weiterhin sicheres Reisen und viel tolle Erfahrungen 👫

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