Oaxaca – das kulinarische Herz Mexikos

Nach einem kurzen Flug von Mexico City waren wir also in Oaxaca gelandet. Bereits der kleine Flughafen machte einen sehr entspannten Eindruck. Nach einem kurzem Spaziergang vom Flugzeug über das Vorfeld zur Ankunftshalle ging es mit einem Colectivo direkt in Richtung Hotel. Leider waren wir nicht so schlau, uns direkt am Taxistand anzustellen und haben erst mal auf unser Gepäck gewartet. Somit musste sich Katha in die lange Schlange hinter unserem kompletten Flieger einreihen, während Benni das Gepäck bewachte.

Im Hotel angekommen, ging es dann auch schon direkt los zum Abendessen. Bereits die riesige Auswahl an Top-Restaurants bereitete uns aber Schwierigkeiten, uns für eins zu entscheiden. Nachdem wir vor ca. 20 Restaurants die Google-Bewertungen geprüft und darüber diskutiert hatten, ob wir reingehen (wer kennt es nicht), hat uns der Hunger dann ins „Gozobi“ getrieben. Auf einer schönen Dachterrasse mit Live-Musik haben wir den Ankunftstag dort ausklingen lassen.

Der nächste Tag (Samstag) sollte eigentlich entspannt mit ein bisschen Sightseeing beginnen. Weil sonntags jedoch kaum Mezcal Touren angeboten werden, haben wir uns morgens spontan für eine Tour angemeldet. Da die Tour bereits um 9 Uhr losging, musste auch das Frühstück ausfallen um rechtzeitig am Treffpunkt zu sein (Beste Voraussetzung für eine Schnapsprobe).

Nach einer kurzen Fahrt ins Umland von Oaxaca kamen wir bei der ersten von insgesamt drei Mezcal-Destillerien an. Dort haben wir uns zuerst die Plantagen und den Produktionsprozess erklären lassen. Nachdem wir über die verschiedenen Agavearten und ihren bis zu 20-jährigen Wachstumsprozess Bescheid wussten, wurde es Zeit, die verschiedenen Agave, oder lokal als Maguey bekannt, in flüssiger Form zu verkosten. Den Start machte eine doppelt destillierte Espadin Agave – über ein Jahr im Eichenfass gereift (Añejo) direkt aus dem Fass. Erstaunt stellten wir fest, dass im Gegensatz zu dem in Deutschland erhältlichen Mezcal, dieser keinen rauchigen Beigeschmack hatte. Danach ging es hoch in den Showroom, wo weitere zehn Sorten Mezcal auf uns warteten. Allesamt nicht rauchig und ziemlich lecker.

Leicht angeheitert ging es zur nächsten Plantage. Dort war gerade die Agave im „Ofen“. Dieser Prozess dauert 5-7 Tage, somit konnten wir keine Produktion sehen und haben uns direkt an die Verköstigung gemacht. Nach weiteren sechs verschiedenen Mezcal und zwei Gin aus Agave waren wir doch froh über die dazu gereichten Nüsschen und Schokolade. Langsam machte sich die Mezcal Probe auf nüchternen Magen, doch bemerkbar.

Nach einem bitternötigen, traditionellen Mittagessen ging es zur dritten und letzten Plantage. Ein Kollektiv aus Agavebauern der Region. Den dritten Stop hätte keiner der vier Tour Teilnehmer mehr gebraucht, aber der höflichkeitshalber haben wir trotzdem den ein oder anderen Mezcal probiert. Auf dem Rückweg nach Oaxaca haben wir noch kurz bei einer Pulqueria angehalten, bevor wir dann endlich unseren Schwips im Auto ausschlafen konnten.

Den nächsten Tag haben wir dann erst mal gemütlich um 10 Uhr mit einem leckeren Frühstück gestartet und haben den ganzen Tag damit verbracht, die bunten Straßen Oaxacas zu erkundigen. Da wir in Mexiko ja wie ihr gelesen habt, gefühlt nur am Essen sind, haben wir den Abend mit einem Tasting der 7 Moles von Oaxaca ausklingen lassen.

Bevor wir uns am letzten Tag auf den Weg in Richtung Flughafen machen mussten, sind wir morgens noch auf den „Central de Abastos de Oaxaca“ gegangen. Ein riesiger Markt, wo man Obst, Gemüse, ganze tote Hühner oder Schweineköpfe, Kleidung und was man sich sonst so vorstellen kann, kaufen konnte. Ein spannendes Getümmel.

Unser Ziel waren die „Memelas Doña Vale“, bekannt aus den Netflix Serien „Feed Phil“ und „Streetfood Latin America“. Die Lokals haben uns auch direkt ohne nach unserem Ziel zu fragen den Weg zu Doña Vale erklärt. Was sollte ein Gringo auch anderes machen, auf einem Markt, auf dem die Einheimischen ihre Wocheneinkäufe erledigen. Der Stand war gut gefüllt. Einheimische und ein paar Touris haben sich die wenigen Bänke geteilt. Nach kurzem Warten konnten wir auch ein Plätzchen ergattern. Eine heiße Schoki aus der lokalen Schokolade bildete den Anfang. Darauf folgten dann die Memelas, dicke ovale Fladen aus blauem Maismehl, darauf ein bisschen Fett, Käse und die Salsa, die Doña Vale so berühmt gemacht hat. Wir hatten selten so was einfaches und doch so köstliches gegessen.

Zufrieden sind wir zurück ins Hotel, mit unserem Gepäck ins Taxi gesprungen und haben uns auf den Weg zum Flughafen gemacht. Nun wurde es Zeit für ein bisschen mehr Wärme, Strand und Karibik-Vibes, unser Flug ging nämlich ins bekannte Cancún.

Benni

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