Kauai – The Garden Island

Unser Flug von San José del Cabo nach Honululu war zur Sicherheit mit einem vier Stunden Zwischenaufenthalt in Los Angeles verbunden. Am Flughafen angekommen, ging dann aber irgendwie alles schneller als gedacht und wir hatten innerhalb einer Stunde die Einreise in die USA erledigt, unser Gepäck geholt und auch gleich wieder neu eingecheckt. Nach einer Nacht im Flughafenhotel in Honolulu ging es am nächsten Morgen um 9 Uhr weiter nach Kauai.

Auf Kauai gelandet, ging es mit dem Shuttle zum Mietwagenverleih, wo schon unser Ford Mustang Cabrio auf uns wartete. Nach einem kurzen Blick in den Kofferraum waren wir dann doch etwas erleichtert. Die Befürchtung, dass wir unser Kitegepäck nicht ins Auto bekommen würden, war zum Glück unbegründet. Dach runter, Koffer auf die Rückbank und die Rucksäcke in den Kofferraum. Schon konnte es losgehen. Um die Zeit bis zu unserem Check-in im Hotel zu überbrücken, ging es dann erst mal in Richtung Norden nach Hanalei. Nach einer kurzen Inspektion der traumhaft schönen Strände „Tunnels Beach“ und „Anini Beach“ haben wir noch für eine Poke-Bowl in Hanalei angehalten, bevor es ins Hotel ging.

Um wenigstens einigermaßen unser Budget einhalten zu können, haben wir uns für selbst belegte Bagel für die Mittagspausen entschieden. Also ging es zum Einkaufen. Zunächst haben wir es mit dem eher lokalen Supermarkt versucht, der eine tolle Obstauswahl hatte, aber sonst nicht ganz ideal war. Also sind wir noch zum eher touristischen Safeway gefahren. Dieser hatte alles was das Herz begehrt, aber zu Preisen, die es in sich hatten. Eine Tüte Ruffels Chips für schlappe 8 USD. Darüber hinaus glich der Supermarkt einer einzigen Kühlhalle. Beim nächsten Besuch sollten wir definitiv eine Daunenjacke einpacken.

South Coast & Waimea Canyon

Auch am zweiten Tag wurden wir von der Sonne gegrüßt. Da unser Hotel, Muffins und Schokomilch-Trinkpäckchen als Frühstück verstand, haben wir uns mit Haferflocken, leckeren hawaiianische Mini-Bananen und Milch im Supermarkt eingedeckt. Somit konnten wir ein Frühstück auf unserem Balkon mit Meerblick genießen.

Gestärkt hüpften wir in unser Cabrio und erkundigten die Insel. Unser Weg führte in den Süden und hoch in Richtung „Waimea Canyon“. Unterwegs haben wir noch am „Poipu Beach“ halt gemacht. Dort sonnen sich seit Covid regelmäßig vom Aussterben bedrohte Mönchsseelöwen und Grüne Meeresschildkröten. Freiwillige sorgen dafür, dass auch der unachtsamste Tourist ihnen nicht zu nahe kommt und ihr Nickerchen stört.

Weiter ging es im Auto. Eine unglaubliche Landschaft erwartete uns im „Waimea Canyon“. Rote Sand/ Erdberge, grüne Pflanzen und das blaue Meer im Hintergrund bildeten ein fantastisches Bild. Auch wenn Kauai eine der weniger besiedelten und natürlichen Inseln ist, kann man doch den amerikanischen Touch nicht übersehen. Jeder Aussichtspunkt war mit dem Auto zu erreichen und erfordere nur ein Minimum an Bewegung. Bei einigen muss man nicht mal aussteigen, um ein tolles Bild der Landschaft zu bekommen. Vogelwild war das. Nach vielen tollen Eindrücken erreichten wir schließlich den letzten Aussichtspunkt: „Pu‘u Kila“. Von dort konnten wir unseren ersten Blick auf die „Napali Coast“ erhaschen.

Total geflasht von der unglaublichen Natur fuhren wir wieder zurück Richtung Ostküste nach Kapaa, wo unser Hotel war. Unterwegs gab es für Benni dank spontanem Ostwind noch eine kurze Kitesession am kilometerlangen Sandstrand von Kekaha.

Die folgenden Tage verbrachten wir damit weiter die Insel zu erkundigen. Leider hatten wir zwei Tage extrem viel Regen. Glücklicherweise lässt dieser meistens die Kekaha Ecke aus und so konnten wir dort immer auch ein paar sonnige Stunden am Strand verbringen. Eigentlich gleicht die Insel außer im „Waimea Canyon“ einem einzigen Regenwald. Riesige Bäume (die an die afrikanische Savanne erinnern) voller Blumen und Blätterranken. Man wusste nicht wohin man schauen sollte. Überall gab es gigantische Natur zu sehen.

Auch wenn Kauai als „Garden Island“ bekannt ist, passt „Chicken Island“ mindestens genauso gut. An jeder Ecke liefen wilde Hühner rum. Und die Hähne krähen hier nicht nur zum Sonnenaufgang, sondern die ganze Zeit.

Im Helikopter über die Insel

Für samstagnachmittag hatten wir einen Helikopterflug geplant. Nur wir zwei, der Pilot und keine Türen. Durch den starken Regen wurde dieser allerdings abgesagt und auf Sonntag Nachmittag verschoben. Überrascht wachten wir am Sonntag dann bei strahlendem Sonnenschein auf. Nach dem vielen Regen war das eine willkommene Abwechslung. Also sind wir zunächst ins Auto gesprungen und in den Norden gefahren. Den Tag haben wir dann wieder am Tunnels Beach verbracht. Mit den grünen Bergen im Hintergrund der schönste Strand der Insel.

Viel zu früh haben wir uns dann am Flughafen eingefunden. Wir konnten die Tour mit Ali‘i Charter & Tours Kauai kaum erwarten. Nach einem kurzen Wiegen und Sicherheitsbriefing wurden wir von Mae zum Heli gefahren. Felipe, unser Pilot, machte gerade ein paar letzte Checks und dann durften wir auch einsteigen. Ein tolles Gefühl, das Abheben und der Flug war so viel sanfter als bei einem Flugzeug. Mit 100 km/h flogen wir über die Insel und kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.

Der Himmel hatte inzwischen etwas zugezogen und ein paar Regenwolken waren auch dabei. Somit hatten wir das Glück ganz viele Regenbögen zu sehen. Auch bei unserem ersten Ziel, den aus Jurassic Park bekannten „Manawaiopuna Falls“, die man nur bei einem Rundflug sehen kann, gab es einen Regenbogen nach dem anderen zu sehen. Langsam arbeiteten wir uns Richtung Norden hoch. Über dichten Regenwald und den „Waimea Canyon“ flogen wir teilweise nur wenige Meter entfernt an den Felswänden entlang. Schließlich erreichten wir die „Napali Coast“, eine beeindruckende grün-rote Steilküste, die im türkisfarbenen Meer endet. „Tunnels Beach“ und die Ostküste konnten wir auf dem Rückweg jetzt auch von oben bestaunen. Total geflasht kamen wir wieder am Flughafen an. Diese Tour war definitiv unser absolutes Highlight und die können wir auch jedem empfehlen der mal auf Kauai ist!

Ha‘ena State Park

Am letzten Tag hatten wir eine Wanderung im „Ha‘ena State Park“ geplant. Da die Plätze um den Park zu besuchen limitiert sind, hatten wir die Tickets schon ein paar Tage im Voraus gebucht. Die Parkplatztickets waren schon alle ausgebucht, also haben wir uns für die Shuttleoption von Hanalei aus entschieden. Um sechs Uhr verließen wir das Hotel, um den Shuttle um sieben Uhr zu erwischen. Early Bird und so. Unser Ziel war der 4 km entfernte „Hanakapi‘ai Beach“.

Erst ging es bewölkt, aber trocken los. Der Pfad führt an der Küste entlang über Stock und viele Steine erst mal nach oben hinein in den Regenwald. Durch den trockenen Vortag war der Weg zu diesem Zeitpunkt noch ziemlich gut. Erdig mit Steinen, aber nicht wirklich matschig oder so. Nach 1.5 km hat man den Wagen Aussichtspunkt, wo man bei besserem Wetter eine tolle Sicht auf die „Napali Coast“ hat. Inzwischen hatte auch ein leichter Nieselregen begonnen. Mit dem stärker werdenden Regen, wurde der Weg dann zusehends matschiger und rutschig. Wir waren sehr froh, Wanderschuhe angezogen zu heben. Ob man den Weg als solchen benennen kann, haben wir zumindest auf dem Rückweg zusehends bezweifelt. Aber zunächst mussten wir noch einen Fluss überqueren. Wir hatten zwei Optionen. Unelegant und knietief wie die vor uns durchs Wasser waten oder wie eine Gazelle von Stein zu Stein übers Wasser springen. Wir haben uns für letzteres entscheiden und kamen trocken auf der anderen Seite am Ziel an.

Inzwischen hatte es ziemlich stark zu Regnen angefangen. Also haben wir uns ziemlich schnell wieder auf den Rückweg gemacht. Vorbei an den Warnschildern über spontane Sturzfluten sind wir zurück über den Fluss gehüpft. Langsam trudelten auch die anderen, die mit uns im Bus waren, ein. Inzwischen war der Weg ein einziges rutschiges Matschloch und wir hatten aufgegeben zu versuchen, unsere Schuhe trocken zu halten und sind einfach mitten durch. Unterwegs sind wir an einigen Touris vorbei gekommen, die wohl dachten, coole Sneaker seien ein adäquates Schuhwerk für eine Wanderung. Diese waren zum einen nicht mehr weiß, sondern rötlich braun und zum anderen hatten sich die meisten Besitzer bereits mindestens einmal sitzend im Matsch wieder gefunden. Klatschnass und mit Schlamm bis zu den Knien, kamen wir wieder am Ausgangspunkt an. Definitiv eine nette Wanderung, aber im Sommer, bei stabilerem Wetter eher zu empfehlen.

Nach einem kurzen Zwischenstopp im Hotel sind wir wieder Richtung Süden zum „Kekaha Beach“ gefahren. Auch wenn es auf der ganzen Insel regnet, ist es dort trotzdem sonnig und trocken.

So ging eine aufregende Woche zu Ende und wir waren bereit für unser nächstes Ziel: Maui.

Katha

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