Die letzten sechs Tage haben wir es etwas gemütlicher angehen lassen. Hier in Paracas haben wir den Vormittag (auf den Wind wartend) lesend in der Hängematte verbracht. Ab Mittags war dann Kitesurfen angesagt.
Unsere Unterkunft hatte ein bisschen Camping Feeling. Jede Einheit bestand aus einem umgebauter Container mit 2 Schlafzimmern (für uns praktisch, so hatten wir ein Zimmer zum Schlafen und eins um den Rucksack auszubreiten), einem kleinen Bad, sowie einer gemütlichen Terrasse. Glücklicherweise war so gut wie gar nichts los (meist nur ca. 5/40 Container bewohnt) und wir hatten unser „Häuschen“ in der ersten Reihe mit Blick auf die Hängematten und das direkt dahinter liegende Meer.

Der Kite Spot liegt südlich des Ortes El Chaco in der Bucht von Paracas. Dadurch ist das Wasser relativ flach und man wird in jedem Fall wieder zurück an den Strand gespült falls mal was daneben geht. Der fahrbare Wind kommt aus Süden und fängt je nach Tag zwischen 11 und 14 Uhr an und bleibt dann recht konstant zwischen 15 und 20 Knoten bis ca. 18 Uhr. Direkt neben dem Bamboo Paracas gibt es mehrere Kite Schulen und sehr viel Platz am Strand um den Kite aufzubauen und zu starten. Alternativ kann man auch die Anlage von Kangaroo Kite verwenden. Dort werde Kurse angeboten, Material verliehen etc.



Am Abreisetag wollten wir am Morgen noch die Isla Ballestra besuchen. Leider war der Wellengang die letzten drei Tage schon so hoch, dass die Boote nicht rausfahren konnten. Typisch peruanisch wurden wir natürlich erst 5min vor Treffpunktzeit informiert. Also mussten wir fix umdisponieren und haben über Ronaldo eine Tour in den Paracas Nationalpark organisiert. Der scheint hier alles zu sein, Tourismusbüro, Fahrzeugverleih und Taxi Service in einem.
Also auf ins Reservat, welches soweit das Auge reicht nur aus Wüste besteht. Am Rand dieser Wüste, findet man sehr hohe zerklüftete Klippen und das Meer das gegen die Felsen kracht. Außer unserem Guide John war glücklicherweise keiner in unserer Gruppe. Daher konnten wir das Tempo selbst bestimmen was uns sehr entgegen kam.










Gegen Mittag waren wir zurück im Hotel und wurden direkt von 15 Knoten Südwind begrüßt. Was nun – den perfekt auf den Millimeter gepackten Kitekoffer wieder öffnen und die ganze Packerei wieder von vorne beginnen lassen oder einfach die letzten Stunden nochmal in der Hängematte verbringen? Nachdem der Wind dann doch stetig stärker wurde hat uns die Sucht nochmal gepackt und wir sind raus aufs Wasser. 2h und viele gelandete und auch bruchgelandete kleine Sprünge später wurde es leider wieder Zeit zusammen zu packen.

Packen, duschen, ein letztes Essen vor Ort und wir wurden von Ronaldos Taxi Service zum Busbahnhof gebracht. Dann ging es mit dem Bus 4h nach Lima und über Nacht 8:30h weiter nach Huaraz.


Die Fahrt ging erst ganz entspannt los – erste Reihe im Doppeldecker – gute Sicht, Ruhe. Aber da hatten wir die Rechnung noch nicht mit den Peruanern gemacht. Kopfhörer sind wohl Mangelware oder werden ganz im Sinne des Marie Kondo Prinzips – was mich nicht glücklich macht kommt weg – nicht mitgeführt. Somit wurden aus 10 verschiedenen Richtungen diverse Videos, Insta Stories oder sogar WhatsApp Voice Nachrichten angehört und angeschaut. Das gepaart mit aktivierten Tastentönen (wer nutzt das heutzutage noch?) hat uns eine Symphonie des Grauen beschert.
Glücklicherweise wurden irgendwann alle müde und wir konnten die holprige Fahrt nach Huaraz gut zu Ende bringen.
There are 2 comments
Toller Einstieg in eurer ‚around the globe‘ Abenteuer!!! Tolle Impressionen.
Viel Spaß weiterhin.
Geiles Video, toller Abriss über eure Erlebnisse in Paracas