Nach knapp einer Woche ging unsere Zeit in Cusco zu Ende und wir machten uns auf den Weg Richtung Strand nach Paracas. Ob wir tatsächlich ankommen würden, war uns da noch nicht bekannt. 10 km südlich unseres Zielortes war nämlich die Panamericana von Demonstranten komplett blockiert und gesperrt, aber mehr dazu gleich.
Die Busfahrt haben wir bereits am Vorabend storniert, da wegen der Straßensperrungen und Demonstrationen keine der Busgesellschaften mehr Paracas anfahren wollte. Wir hatten also zwei Optionen, am Flughafen ein Taxi oder Shuttle zu finden, das uns ans Ziel bringt, oder mit dem Taxi vom Flughafen zum 40min entfernten Bus Terminal zu fahren (Lima ist echt riesig und der Verkehr schlimmer als morgens um 7.15 in München), dort in einen Bus nach Pisco zu steigen (wenn diese überhaupt fahren), um die letzen 30min mit einem lokalen Taxi zurück zu legen. Aber erstmal zurück nach Cusco.
Erster kritischer Punkt war die Fahrt zum Flughafen. Bei den letzten Demonstrationen im Dezember wurde der Zugang vom Militär kontrolliert und somit gab es ellenlange Schlangen vor dem Flughafen. Dank der frühen Uhrzeit wurde uns die Warterei jedoch erspart und nach einer kurzen Bordkartenkontrolle durch das Militär waren wir durch.
Etwas verspätet kamen wir in Lima und unserem zweiten kritischen Punkt an. Wie kommen wir von hier weiter und in einen Ort den aktuell keiner anfahren will (obwohl in Paracas selbst keine Unruhen sind)? Motiviert sind wir also zu den Taxifahrern die einem ja sowieso beim Verlassen des Terminals wie Fliegen hinterher rennen und ihre Dienste anbieten. Nachdem wir ihnen allerdings unser Ziel (260km südlich von Lima) genannt hatten, haben sie nur gelacht und den Kopf geschüttelt. Irgendwann haben wir dann einen Fahrer gefunden, der uns für 3000 Sol (750€) – Schnapper des Tages – nach Paracas fahren würde.
Das Schnäppchen haben wir dann aber doch ausgeschlagen. Über den Kontakt von unserem Hotel in Paracas sind wir dann an eine Nummer von einem lokalen Taxiservice in Paracas gekommen. Der Fahrer, Ronaldo, hat angeboten uns für 500 Sol (125€) in Lima abzuholen was wir dann auch dankend angenommen haben.
Dann hieß es erstmal zurück ins Holiday Inn unser eingelagertes Kite Gepäck abholen. Nach 15min hatte es der Hotelportier dann auch gefunden und wir waren erleichtert, dass noch alles da war und es so gut geklappt hat.
Die nächsten 4h haben wir in der Hotel Lobby totgeschlagen bis uns der gute Ronaldo abgeholt hat. Direkt nach unserem Anruf ist er ins Auto gesprungen und die 3.5h nach Lima gefahren. Nach ungefähr 45min waren wir dann auch protestfrei aus Lima raus und auf der Panamericana in Richtung Süden.
Glücklich hupend und slalomfahrend überholend hat uns Ronaldo also an Sanddünen vorbei bis kurz vor Paracas gebracht. Wenige Kilometer vor unserem Ziel taten sich jedoch durch die Blockaden verursachte, kilometerlange LKW-Staus auf. Anfangs konnte man sich noch irgendwie durchquetschen aber wenige Kilometer vor der Abzweigung war dann Schluss. Was nun? Der Peruaner ist ja erfinderisch – also ging es die letzen Kilometer als Geisterfahrer weiter auf der Gegenfahrbahn. Auf einer zweispurigen Straße vorbei an entgegen kommenden Autos, Polizei und Militär, die die Aktion wohl als ganz normal empfunden haben.
Lebendig, und nach ein paar weiteren Kilometern auf Sandstraßen waren wir dann endlich am Ziel. Ein langer Tag. Zufrieden sind wir in unser kleines Bungalow eingezogen und haben die frische Meeresluft gemischt mit etwas stinkendem Fisch genossen. Wir hatten es geschafft 🙂 Jetzt stand ein paar Tagen Entspannung und Kitesurfen nichts mehr im Wege!
There are 3 comments
Gut, dass ich die Berichte immer erst 1-2 Tage später lesen kann, nachdem ihr es erlebt habt😰🙏🏻😘
Passt auf euch auf 🍀😘🙌🏼
Mama Kaiser …das kann ich nur bestätigen 🙈
Viel Glück euch beiden 🍀🍀🍀😘😘
Dachte Christiano ist in Saudi-Arabien 🤣