Dank der ungemütlichen Nacht im Bus und dem Nickerchen in der Hotellobby sind wir also ziemlich gerädert in den Tag in Trujillo gestartet. Trujillo liegt an der Pazifikküste, ca. 9 Stunden nördlich von Lima. Laut Wikipedia hat die Stadt, gemessen an ihrer Einwohnerzahl die höchste Mortalitätsrate Perus. Davon haben wir aber glücklicherweise nichts mitbekommen.
Als Erstes haben wir uns die Altstadt und den Plaza de Armas angeschaut. Soll der schönste und bunteste Hauptplatz in Peru sein, war auch ganz nett.
Schließlich haben wir uns dazu entschieden, die Prä-kolumbianische Hauptstadt des Chimú-Reichs, Chan Chan, anzuschauen. Diese soll bereits 1300 erbaut worden sein und hat eine Größe von 28km2. „Sie war wahrscheinlich die größte Stadt der damaligen Zeit auf dem südamerikanischen Kontinent und eine der größten der Welt, die aus Lehm (Adobe) errichtet wurde. Zu ihrer Blütezeit beherbergte die Stadt etwa 60.000 Einwohner.“ (Nicht besonders wissenschaftliches Zitat aus Wikipedia) Die Eroberung durch die Inka hielt allerdings nur kurz an, bevor die Spanier auch diese überrumpelt haben.
Die Größe war echt beeindruckend und unser mindestens 70-jährige Guide José (ja schon wieder José, aber das ist hier einer der gängigsten Namen) konnte uns einiges zur Geschichte erzählen. Er wurde besonders redselig, als er festgestellt hatte, dass wir aus Deutschland sind. Prompt hat er an uns freudig seine erstaunlich guten Deutsch Kenntnisse getestet. Zu guter Letzt hat er auch noch seine Prä-kolumbianische Panflöte ausgepackt und die Tour musikalisch untermalt. Eine wahrlich lustige und interessante Tour.
Nach den Stunden in der Wüste hat uns der Hunger zurück in die Stadt getrieben. Nach einer kleinen Stärkung und einem weiteren Spaziergang durch die Stadt sind wir zurück ins Hotel, um uns etwas auszuruhen. Innerlich verfluchten wir die erneut anstehende Busfahrt, um uns nach Máncora zu bringen. Dreimal Nacht-Bus-Fahren in 4 Tagen ist etwas zu viel Schlafen im Bus.
Also hieß es wieder Rucksack packen, mit dem Gepäck spätabends um 22 Uhr zu Fuß zum 700 m entfernten Busbahnhof laufen (manchmal hat auch Benni ganz tolle Ideen …) und wieder mal 10 h (für 20€, bei den Preisen könnte sich die Deutsche Bahn mal ein Scheibchen abschneiden) im Bus verbringen. Dieses Mal endlich wieder mit Cruz del Sur, leider waren wegen unserer kurzfristigen Buchung nur noch 140 Grad Sitze verfügbar. Kleiner Tipp: Wenn es geht immer die 160 Grad Sitze wählen, kosten unmerklich mehr, ist aber deutlich komfortabler. Dank der späten Stunde hielten sich die nervigen Umgebungsgeräusche in Grenzen und wir konnten vergleichbar gut schlafen. Halbwegs fit sind wir um 9 Uhr in Máncora angekommen und wurden von 26 Grad und Sonnenschein begrüßt.