Huaraz

Nach einer 12-stündigen Busfahrt mit einem kurzen Zwischenstop in Lima, erreichten wir früh morgens Huaraz, eine Stadt in der Cordillera Blanca, die auch bekannt ist als die Schweiz Perus.

Das Panorama von Huaraz, welches auf ca. 3000m liegt, wird durch den höchsten Berg Perus, dem Huascarán (6768m) bestimmt. Aufgrund unseres Aufenthaltes in Cusco, blieb uns jedoch dieses Mal die Akklimatisierung an die Höhe zum Glück erspart. Nach unserer Ankunft im Hotel und einem kurzen Frühstück konnten wir also direkt los um die Stadt und die Umgebung zu erkunden.

Unser erstes Ziel war der nächstgelegene Aussichtspunkt „Cerro de Rataquenua“. Von dort hat man einen traumhaften Überblick über die Stadt und das Bergpanomara. Nach ca. zwei Stunden und einem kurzen Mittagessen später, ging es danach wieder zurück ins Hotel um die Tour für den nächsten Tag zu planen.

Nach einigem Hin und Her entschieden wir uns für eine private geführte Tour mit Akilpo Peru, welche abseits der gängigen touristischen Massen über einen alternativen Trek zur Laguna 69 führt. Den sogenannten Panorama Trek. Nach einem 20-minütigen telefonischen Briefing, in dem wir detailliert über sämtliche Gefahren aufgeklärt wurden, standen die Details dann fest und wir sind noch schnell für ein kleines Henkersmahl in der Crêperie Patrick gefahren.

Als vier Stunden später und mitten in der Nacht, um 1:30 Uhr der Wecker klingelte, haben wir kurz unsere Motivation verflucht, sind dann aber aufgestanden und wurden pünktlich um 2:00 Uhr von Leonardo unserem Guide und unserem Ralley Fahrer José abgeholt. 3h ging die Fahrt nach Portachuelo (4595m), die letzten beiden Stunden auf einem schlaglochdurchzogenem Lehmweg. Die Bezeichnung Straße hat der Weg definitiv nicht verdient, obwohl es die offizielle Verbindungs“straße“ zwischen zwei Bergdörfern ist. Gut durchgeschüttelt kamen wir also im Dunkeln, um 5:30 Uhr am Startpunkt an. Dort durften wir den Sonnenaufgang über den höchsten Bergen Perus mit dem leckersten Frühstück seit Langem genießen. Gestärkt und leicht durchgefroren ging die Wanderung los.

Die ersten 30 min ging es zunächst noch mal 50 Hm höher zu einem Aussichtspunkt, von dem man wirklich eine grandiose 360 Grad Sicht auf alle berühmten 6000er Perus hat. Über einen schmalen Bergpfad ging es anschließend 500 Hm weiter hinab, vorbei an Seen und durch Gestrüpp, bevor wir für die letzten 4 km und 400 Hm auf den klassischen Laguna 69 Pfad kamen. Hin und wieder konnten wir Chinchillas sehen, die waren echt niedlich. Irgendwie sehen die aber so aus, als konnte sich die Natur nicht entscheiden ob sie eher wie ein Hase oder ein Eichhörnchen aussehen sollen um sich dann für einen Mix aus Beidem zu entscheiden.

Ab jetzt wurde es spannend, denn nun mussten wir in der dünnen Luft bis auf ca. 4700m aufsteigen. Auf dem Weg nach oben hatten wir tatsächlich noch mehrere Condore gesehen, die über uns ihre Kreise gezogen haben. Dank des frühen Aufstehens und der alternativen Route, ist uns auf der gesamten Strecke kein Mensch begegnet und wir waren die ersten an der Lagune. Die Freude war natürlich riesig als wir dort ankamen. Durch die Höhe und das frühe Aufstehen war die Wanderung bereits ziemlich anstrengend. Unser Guide Leonardo überredete uns aber dazu, noch weiter hoch zu kraxeln, um einen noch besseren Blick auf die Lagune zu bekommen. Also ging es noch einmal 20min über Felsen nach oben. Erschöpft genossen wir von dort den Ausblick und das mitgebrachte Curry, bevor wir uns wieder an den Abstieg machten. Auf dem Rückweg trudelten dann auch die ersten Touris ein, die den klassischen Weg genommen hatten.

Der Abstieg ging dafür richtig locker und flockig. Knapp 1200 Hm, 8 km und 2:20 h dauerte der Abstieg. Trotz Regenzeit hatten wir den ganzen Tag bombastisches Wetter und Sonnenschein, nur die letzten 30 min musste natürlich ein Gewitter aufziehen. Dadurch sind wir dann nach insgesamt 15km und 7 Stunden Wandern glücklich, und etwas durchnässt am Auto in Cebollapampa (3900Hm) angekommen. Da hat die Opfergabe an Pachamama wohl nicht ausgereicht. Laut Inka sollte das Opfer immer ein schwarzes Lama sein. Das hatten wir natürlich nicht zur Hand.

Drei holprige Stunden im Auto später kamen wir wieder gegen 17 Uhr in Huaraz an. Dort hieß es dann duschen, packen, 2 h ausruhen und ab zum Busbahnhof um den Nachtbus nach Trujillo zu erwischen. Da unser bevorzugtes Busunternehmen „Cruz del Sur“ diese Route nicht anbot, mussten wir mit „Transporte Julio Cesar“ fahren. Hört sich gut an, hat sich aber als Horrorfahrt entpuppt. Zusätzlich zu diversen Handygeräuschen und einer eiskalten Klimaanlage wurde nämlich noch in voller Lautstärke ein Adam Sandler Film im Bus abgespielt. Da konnten wir noch so erschöpft und die Sessel noch so bequem sein, an Schlaf war erst mal nicht zu denken.

7 h später kamen wir schließlich um 5:30 Uhr in Trujillo an, in der Hoffnung schon früher aufs Zimmer zu kommen, das wir uns für den Tag reserviert hatten. Leider war das Hotel ausgebucht und wir haben noch ein paar Stunden in der Lobby gedöst.

Benni

There is 1 comment

  1. Wow ihr seid ja tough 🤩😰was ihr alles unternehmt und erlebt 🙌🏼
    Das hört sich sehr anstrengend aber erfüllt an.
    Ein Arbeitstag in Deutschland ist sicher nicht anstrengender 😘💫✨
    Weiterhin eine tolle und sichere Reise mit noch mehr tollen Eindrücken und Erlebnissen💃🏻🕺🏻
    Einen lieben Gruß aus Deutschland, seid umarmt und gedrückt😘

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