Taipei

Nun war es tatsächlich so weit und wir hatten Japan verlassen. Nach einem zweistündigen Flug landeten wir am späten Vormittag in Taipeh. Den Kite-Koffer haben wir am Flughafen gelassen und so konnten wir mit leichtem Gepäck in die Stadt rein fahren. Ein günstiges Metro Touri-Ticket konnten wir direkt am Flughafen kaufen und keine fünf Minuten später waren wir stolze Besitzer einer „Hello Kitty“ Metro Karte.

Unser Hotel lag im Viertel „Ximending“, ein belebtes buntes Viertel im Westen von Taipeh und hatte eine tolle Aussicht. Als erstes lokales Gericht gab es „Taiwanese Beef Noodles“, bevor wir noch etwas durch die Stadt gelaufen sind. Auf den ersten Blick wirkte Taipeh doch ziemlich herunter gekommen. Den Abend haben wir nach Langem wieder in einer Pizzeria ausklingen lassen, wo wir sogar in den Genuss eines bayrischen Ayingers kamen.

Am nächsten Tag stand ein bisschen Sightseeing auf dem Programm. Zunächst sind wir zur „Chiang Kai-shek“ Gedächtnishalle gelaufen, die nur eine halbe Stunde zu Fuß vom Hotel entfernt lag. Eigentlich ein riesengroßes Gebäude, aber durch die noch größeren Dimension des Platzes, auf dem es Stand wirkt das Gebäude auf Bildern ziemlich klein. Die davor aufgestellte Fahne war aber tatsächlich so winzig, wie sie auf den Bildern aussieht. Nach dem ganzen Flaggen Protz auf den amerikanischen Kontinenten war das geradezu ein Understatement.

Auf dem Rückweg zum Hotel ging es noch durch die Einkaufsmeile und coolen Gassen von „Ximending“. Da Taiwan ja die Geburtsstätte des Bubble Teas ist, mussten wir natürlich auch einen probieren. Der ist hier auch nicht so künstlich, wie man ihn aus Deutschland kennt, sondern ist ein Schwarztee mit Milch und Tapioka Bällchen (Bobas) und schmeckt ziemlich lecker. Da wir Taipeh eher gemütlich anschauen wollten, haben wir sonst nicht mehr viel gemacht.

Für den nächsten Tag hatten wir uns die Taipeh Highlights vorgenommen: „Elephant Mountain“, „Taipeh 101“ und „Xiaolongbao“. Mit der Metro ging es Richtung Elephant Mountain am anderen Ende der Stadt. Schon beim Aussteigen sah man, dass hier eher das Nobelviertel war. Luxus Läden und schicke Wohnhäuser waren hier überall zu finden. Ein kurzer Spaziergang, vorbei an Louis und Gucci, für mehr als Windowshopping hat es leider nicht gereicht, und wir kamen am Eingang des „Elephant Mountain“ an. Relativ unscheinbar ging der Weg aus mehreren Hundert Treppen bestehend los. Nach knapp 20 Minuten kamen wir verschwitzt oben an und hatten eine schöne Sicht über die Skyline Taipehs und den „Taipeh 101“. Der Berg hat seinen Namen übrigens von einer Felsformation am Gipfel, die aussah wie ein Elefant.

Zügig ging es wieder nach unten und zum „Taipeh 101“. Am Vorabend hatten wir extra die teuren Tickets für die Aussichtsplattform gekauft, damit man an der Schlange vorbeigehen konnte. Auf ewiges Anstehen wie in Tokio hatten wir keine Lust. Aber als wir da waren, stand ungelogen niemand an. Bevor wir allerdings auf den Taipeh 101 hochgefahren sind, haben wir uns im Erdgeschoss noch einen sehr späten Lunch Slot für das berühmte Restaurant „Din Tai Fung“ besorgt. Denn die Wartezeit betrug zu dem Zeitpunkt knapp zwei Stunden. Praktischerweise kann man eine Nummer ziehen und online mitverfolgen, welche Nummer gerade einen Tisch bekommt und so die Wartezeit anderweitig überbrücken. In unserem Fall mit der Aussichtsplattform des Taipeh 101. Mit einer Geschwindigkeit von 16.7 m/s ging es in den 92. Stock. Dort konnte man auf zwei Ebenen die komplette Stadt von oben anschauen und einen Blick auf den berühmten goldenen Wind Damper werfen. Die Kugel mit einem Durchmesser von 5.5 m kann durch Schwingungen 40 % der durch Wind und Erdbeben generierten Schwingungen des Gebäudes ausgleichen. Ziemlich beeindruckend das Ganze. Nach gut einer Stunde waren wir durch und die letzte Stunde Wartezeit verbrachten wir in der Mall, die unten im Turm war.

Dann waren endlich wir dran. Das „Din Tai Fung“ serviert traditionelle taiwanesische Küche in mehreren Filialen auf der Welt. Die Hongkong Filiale hatte sogar mal einen Michelin Stern bekommen. Bekannt sind sie vor allem für ihre „Xialongbao“ – mit Suppe gefüllte, gedämpfte Teigtaschen und die waren richtig lecker. Zusätzlich probierten wir noch Dumplings, Buns und die süße Variante der Xialongbaos. Einfach köstlich. Inzwischen war es auch schon fünf Uhr und wir machten uns wieder auf den Weg zurück zum Hotel.

Am nächsten und letzten vollen Tag in Taiwan wollten wir „Jiufen“ besuchen. Ein kleines, sehr altes Dorf am Meer östlich von Taipeh. Supereasy mit einem Linienbus in einer Stunde Fahrtzeit zu erreichen und eine der bekanntesten Tagestouren von Taipeh aus. Wie erwartet war es auch sehr voll, aber das war ok. Erst sind wir durch die kleinen Gässchen geschlendert, wo man sehr viel Tee und Snacks kaufen kann. Dann kamen wir an einem Teehaus mit einer schönen Sicht über die Bucht vorbei. Dort haben wir, wie es sich gehört, auf die traditionelle Weise Tee getrunken und die Aussicht genossen. Da es ziemlich heiß war und man auch nicht so viel dort machen konnte, sind wir nach zwei Stunden wieder nach Taipeh gefahren.

Mittag/ Abendessen wollten wir wieder bei „Din Tai Fung“ kombinieren. Um nicht ganz so lange zu warten, sind wir in die Filiale in der Nähe von Ximending gegangen. Da war die Wartezeit nur auf 40 Minuten angesetzt und es war lecker wie am Tag davor.

Da unser Paar Schuhe, das wir dabei hatten, schon sehr abgelaufen war, verbrachten wir den Abend noch in einer der Malls und haben uns mit neuen Schuhen und ein paar anderen Klamotten eingedeckt. Schon war unser Stop in Taipeh wieder vorbei und am nächsten Tag ging es wieder an den Flughafen und weiter auf die Philippinen.

Katha

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